Was Lüner zur DVBT-Umstellung wissen müssen

Neuer Fernseh-Standard

Der 29. März 2017 ist für einige Fernsehbesitzer ein wichtiges Datum: Dann wird das bisherige Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet und von DVB-T2 HD abgelöst. Wer von der Umstellung betroffen ist, muss einiges beachten. Wir haben mit einem Experten aus Lünen gesprochen. Eine Übersicht.

LÜNEN

, 02.02.2017, 06:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was Lüner zur DVBT-Umstellung wissen müssen

Technik für das neue Antennenfernsehen: Claus Bäcker mit einer Set-Top-Box und einem CI+ Modul.

Wofür stehen die Abkürzungen DVB-T und DVB-T2 HD überhaupt?

DVB-T ist die Abkürzung für Digital Video Broadcasting Terrestrial – ein technischer Standard, mit dem Fernsehen über Antenne empfangen wird. DVB-T2 HD ist der Nachfolge-Standard und ermöglicht den Empfang hochauflösender Programme (HD = High Definition).

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Alle Haushalte, die bisher Fernsehen über DVB-T empfangen haben, also nicht über Kabel oder Satellit.

Wird in ganz Deutschland umgestellt?

Die Umstellung erfolgt schrittweise und ist bereits im Gange. Seit Ende Mai 2016 sind in mehreren Ballungsräumen sechs HD-Programme über DVB-T2 HD zusätzlich zum DVB-T-Angebot empfangbar. Am 29. März beginnt der Regelbetrieb, dann wird DVB-T in unserer Region abgeschaltet.

Was ändert sich beim Programmangebot?

Bisher konnte DVB-T mit einer entsprechenden Antenne kostenlos empfangen werden. Bei DVB-T2 HD sind öffentlich-rechtliche Programme weiterhin kostenlos. Programme von Privatsendern kosten künftig Geld. Vermarkter ist das Unternehmen Freenet TV. Es berechnet nach eigenen Angaben für das Paket von 20 Privatsendern in HD-Qualität 69 Euro pro Jahr. Nach dem Start Ende März sind die ersten drei Monate bis Ende Juni kostenlos, so Freenet TV.

Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Man braucht ein Empfangsgerät. Das kann ein moderner Fernseher mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil sein oder eine sogenannte Set-Top-Box. Wer die kostenpflichtigen Sender sehen will, benötigt auch ein Entschlüsselungsmodul, zum Beispiel ein CI+Modul (Common Interface = allgemeine Schnittstelle). Es gibt auch Set-Top-Boxen mit integriertem Entschlüsselungsmodul.

Was kostet die erforderliche Technik?

Freenet TV bietet das CI+-Modul für 79,99 Euro an und verweist bei den Set-Top-Boxen auf Angebote bei Amazon ab 65 bis 169,99 Euro. Die Produkte gibt es aber natürlich auch im Fachhandel vor Ort.

Was ist mit den Antennen?

Wer schon DVB-T schaut, kann in der Regel die bisherige Antenne verwenden, heißt es sowohl bei Freenet TV wie auch bei der „Initiative DVB-T2 HD“. Wer jetzt neu bei DVB T 2 einsteigen will, benötigt entweder eine Zimmer-, Außen- oder Dachantenne.

Wovon hängt der Antennentyp ab?

Von den Empfangsbedingungen vor Ort. Auf den Internetseiten von Freenet TV und der „Initiative DVB-T2 HD“ gibt es dazu einen Empfangscheck. Nach Eingabe der Postleitzahl wird dort die Signalstärke auf einer Karte angezeigt.

Wie zuverlässig sind diese Angaben?

Klaus Bäcker, Obermeister der Innung für Informationstechnik Ruhr mit Fachgeschäft in Lünen-Süd, hält die Informationen für einen Annäherungswert. Es komme immer auf die Bedingungen vor Ort an. Sein Sohn und Betriebsleiter Claus Bäcker sagt auf Basis der Praxiserfahrungen: „Oft machen nur ein paar Meter den Unterschied, ob man mit einer Zimmerantenne auskommt oder eine Dachantenne benötigt.“

Wie blicken die Experten dem Umstellungstermin entgegen?

Mit einer Portion Skepsis. Der Obermeister bemängelt, dass Freenet TV dem Fachhandel bisher zu wenige Informationen zur Verfügung stellt. Am 7. Februar will sich der Innungsvorstand mit dem Thema befassen, am 15. Februar habe der WDR Fachbetriebe zur Information eingeladen.

Was gilt es noch zu beachten?

Betriebsleiter Claus Bäcker weist darauf hin, dass man sich, um die privaten Sender freigeschaltet zu bekommen, per Internet oder bei einer Telefonhotline registrieren lassen muss. Das könne insbesondere für ältere Kunden eine Hürde sein. Wer unsicher sei, solle sich in Ruhe von Fachleuten beraten lassen, lautet sein Tipp. 

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