Was man bedenken sollte, wenn man Gutscheine zu Weihnachten verschenken will

rnVerbraucher-Serie

Gutscheine gehören mittlerweile zu den beliebtesten Geschenken - nicht nur, aber auch zur Weihnachtszeit. Man sollte jedoch einiges beachten, damit es hinterher keine langen Gesichter gibt.

Lünen, Selm, Werne

, 15.12.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf zahlreichen Gabentischen landen auch in diesem Jahr wieder Gutscheine - für einen Restaurantbesuch, für bestimmte Geschäfte oder auch für eine Reise. Denn Gutscheine gehören immer häufiger zu den beliebtesten Geschenken.

Wenn der Gutschein nach dem Fest aber in irgendeiner Schublade landet, vergessen und erst nach Jahren wiedergefunden wird, hat nur der Verkäufer etwas davon. Denn es gibt Gültigkeits-Fristen, die der Schenkende beachten sollte, rät die Lüner Verbraucherberatung. Was sonst noch rund um den Gutschein wichtig ist, erklären die Fachleute in Fragen und Antworten.

? Was sollte man bedenken, wenn man einen Gutschein verschenken möchte? „Man sollte auf die Fristen achten, auch wenn man sich mit dem Einlösen von Warengutscheinen Zeit lassen kann“, sagt Angret Westermann von der Verbraucherzentrale Lünen. Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Wenn man jedoch einen Gutschein für ein Freizeitvergnügen mit festem Termin bekommen hat, muss das Ticket zum angegebenen Datum eingelöst werden, damit es nicht verfällt.

? Kann ein Gutschein unbegrenzt eingelöst werden, wenn keine Befristung vermerkt ist? Auch wenn auf einem Gutschein keine Befristung vermerkt ist, kann der Bon nicht unbegrenzt lange eingelöst werden. Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Deshalb muss ein unbefristeter Gutschein spätestens innerhalb von drei Jahren eingelöst werden, so Angret Westermann.

Was man bedenken sollte, wenn man Gutscheine zu Weihnachten verschenken will

Angret Westermann an ihrem Arbeitsplatz in den Räumen der Lüner Verbraucherberatung. © Verbraucherberatung

? Wann beginnt denn die Frist, direkt am Tag des Kaufes oder später? Die Frist beginnt immer erst am Ende des Jahres, in dem Gutschein gekauft wurde. Als Beispiel - wer zu Weihnachten einen Gutschein bekommt, der im November 2019 gekauft wurde, muss diesen spätestens bis zum 31. Dezember 2022 einlösen.

? Was kann man tun, wenn die Frist des Gutscheins abgelaufen ist? Ist die Frist auf Warengutscheinen verstrichen, müssen die Händler den Gutschein nicht mehr einlösen. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW müssen Anbieter aber das Geld gegen Rückgabe des Gutscheins - abzüglich ihres entgangenen Gewinns - erstatten.

? Was sollte man beachten, wenn man Gutscheine für Konzerte o.ä. verschenkt? Bei Gutscheinen für Konzerte oder Theatervorstellungen muss man natürlich die angegebenen Daten beachten, an denen die Veranstaltung stattfindet. Sonst verfallen die Tickets und man bekommt auch keinen finanziellen Ersatz.

? Kann man Gutscheine auch in mehreren Teilen einlösen? Die meisten Anbieter lösen Gutscheine auch teilweise ein, wenn kein Nachteil damit für sie verbunden ist. Der Restbetrag wird dann entweder auf dem Gutschein vermerkt oder es gibt eine neue Gutschrift. Die Kunden haben aber keinen Anspruch darauf, sich die restliche Summe auszahlen zu lassen.

? Gibt es Besonderheiten , wenn man den Gutschein im Internet gekauft hat? Dann ist die Rückgabe einfacher. Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden, so Angret Westermann. Widerrufen und die Waren zurückschicken kann man auch, wenn einem der Artikel nicht gefällt. Wichtig ist dabei aber, dass die Widerrufsfrist an den Weihnachtsfeiertagen noch nicht abgelaufen ist.

? Gibt es noch einen Tipp zum Thema Gutscheine? Am besten selber basteln, rät Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Denn dann können die Gutscheine auch nicht verfallen.

Hier geht es zu allen bisher veröffentlichten Folgen unserer Serie:

Die Verbraucherberatung bietet Rat und Hilfe in der Beratungsstelle, Kirchstr. 12., Tel. (02306) 30 13 801, Mail: luenen@verbraucherzentrale.nrw, Öffnungszeiten: Montag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr, Mittwoch: 9 bis 13 Uhr, 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr und Freitag 9 bis 13 Uhr.
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