Was zerschreddertes Geld und Stoff-Briefmarken mit Ahnenforschung zu tun haben

rnSerie „Meine Sammlung“

In Dieter Gods Zimmer stapeln sich Akten und Bücher. Aber was hat es mit diesen Papierbergen auf sich? Stolz präsentiert der Lüner seine Sammlung, die sich nicht wirklich einordnen lässt.

von Ameli Uszball

Lünen

, 07.09.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man Dieter Gods Büro betritt, weiß man gar nicht, wohin der Blick zuerst fallen soll. Da wären Regale voller Ordner, Pins und Orden, die auf dem Schreibtisch liegen, und Münzen in allen möglichen Formen und Farben. Eins ist hier auf jeden Fall klar: Der Lüner ist ein Sammler. Aber was sammelt er eigentlich genau?

50 Jahre alte Leidenschaft

Sein Fokus liegt vor allem auf einer Sache: Ahnenforschung. Seit circa 50 Jahren ist der 63-Jährige nun begeisterter, ehrenamtlicher Ahnenforscher. Auf die Frage, wie er dazu gekommen ist, antwortet er: „Ich wollte einfach herausfinden, woher der Name God stammt.“

Mittlerweile ist er auf seiner Suche auch schon weit gekommen und kann Beziehungen zu Katharina der Großen, George Washington, Karl dem Großen und sogar zu einem chinesischen Kaiser ziehen.

Aber bei der Erforschung seines eigenen Namens ist es nicht geblieben. God deckte auch die Verwandtschaftsbeziehungen der Lüner Familie auf. Zusätzlich bekommt God inzwischen Anfragen von Familien, die mehr über ihren Stammbaum erfahren möchten.

Bei seiner Suche geht God immer gleich vor: „Ich fange klein an und durchsuche die Stammbücher der Familien.“ Heute kann er die Daten dann im Internet einlesen lassen, „doch früher musste ich für weitere Ergebnisse in den Kirchenbüchern nachsehen und dafür Kirchen aus den unterschiedlichsten Städten anschreiben“.

Um die Ahnenforschung weiter voran zu bringen, ist er Gründer der Internetseite www.compgen.de, auf der man ebenfalls genealogische und familiengeschichtliche Forschungen durchführen kann.

Kontakt zum Weißen Haus

Mit der Ahnenforscherin Eva Holtkamp arbeitet Dieter God auch häufig zusammen, um seine Suche weiter voran zu bringen.

Doch durch die Ahnenforschung hat er nicht nur Kontakt zu anderen Forschern, sondern präsentiert auch stolz seine Schreiben vom Weißen Haus, der niederländischen und luxemburgischen Königsfamilie, sowie dem Vatikan, mit denen er allen in Kontakt stand.

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Nicht nur Akten und Stammbücher

Doch die Ahnenforschung bleibt nicht Dieter Gods einzige Leidenschaft. Er ist außerdem begeisterter Sammler von Pins, Orden, Autogrammen, Briefmarken und Münzen, quasi alles was mit der Geschichte zusammenhängt.

Dabei geht es ihm besonders darum, Besonderheiten zu finden, wie Briefmarken aus Holz, Porzellan, Stoff oder sogar welche, die einen bestimmten Duft annehmen.

Auch die Orden und Pins, die God gesammelt hat, fallen einem in seinem Zimmer ins Auge. 500 zieren seine Sammlung, die vor allem von verschiedenen Festen wie dem Drachenfest in Lünen oder dem westfälischen Schützentag stammen. Noch dazu besitzt er Ehrennadeln, wie die zur 15-jährigen Mitgliedschaft im Rat der Stadt Lünen.

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Ebenso sind Münzen Teil seines Sammlerherzes. Dabei besonders auffällig sind die geprägten Münzen aller amerikanischen Präsidenten, zerschreddertes Geld und verschiedene Vorläufer vom Euro. „Mittlerweile interessiere ich mich aber eher für Falschgeld wie einen 0-Euro-Schein, auf dem sogar Lünen abgebildet ist, oder 300-Euro-Scheine.“

Kein preisliches Limit

Zwischen all den Pins, Orden, Akten und Münzen befindet sich außerdem ein kleines Buch mit allen Autogrammen, die God über die Jahre gesammelt hat - unter anderem von Wolfgang Petry, Beatrice Richter oder Jürgen Markus.

Ein preisliches Limit gibt es, bei seinen Sammlungen, für Dieter God nicht.

Er hat mit dem Sammeln seine große Begeisterung gefunden und wird diese wohl auch in den nächsten Jahren nicht ablegen. Dabei ist noch unklar, wen er wohl als nächstes in seinem Stammbaum entdeckt.

Haben Sie auch eine außergewöhnliche Sammlerleidenschaft? Dann melden Sie sich bei uns - entweder telefonisch unter (02306) 76010 oder gerne auch per E-Mail.
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