Wasserski auf Horstmarer See: Ideengeber zieht sich enttäuscht zurück aus Projekt

rnFreizeit-Anlage

Marc Schawohl hat seinen Traum von einer Wasserski-Anlage auf dem Horstmarer See ausgeträumt. Er gibt mangels Rückendeckung aus Politik und Verwaltung auf, wie er sagt.

Horstmar

, 31.01.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der von Marc Schawohl (31) geplanten Wasserski- und Wakeboard-Anlage auf dem Horstmarer See wird es nichts: Der gebürtige Horstmarer und gelernte Banker rudert zurück, gibt seine Pläne auf. Zum Bedauern der Lüner Wirtschaftsförderung.

„In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe ich viel Mühe, Zeit und Geduld in meine Herzensangelegenheit investiert. Ich denke nach wie vor, dass die Umsetzung eine große Bereicherung für Lünen und insbesondere für das Jugend- und Freizeitangebot wäre.“ Das sagte Schawohl am Freitag (31.1.) im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Mit Geduld am Ende“

Da aber die handelnden Personen aus Verwaltung und Politik bis heute nicht entschieden hätten, ob das Projekt erwünscht ist, sei er mit seiner Geduld am Ende, so Schawohl weiter.

„Ungeachtet aller Anstrengungen und möglichen Ideen zur Umsetzung, werde ich mich nach reiflicher Überlegung von dem Projekt verabschieden. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber in Anbetracht der Dinge die naheliegende.“

Marc Schawohl

Marc Schawohl © Schawohl

Mit dem Projekt hat sich nach Informationen unserer Redaktion Mitte Januar die von der Verwaltung ins Leben gerufene Seepark-Kommisson beschäftigt.

Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, soll sich dort bereits eine Mehrheit gegen die Installation einer Wasserski-Anlage auf dem Horstmarer See ausgesprochen haben. Erste Ergebnisse zur künftigen Entwicklung des Seeparks will die Kommission Ende März vorlegen.

Dem Gremium gehören neben dem Technischen Beigeordneten Arnold Reeker und weiteren Mitarbeitern der Verwaltung Vertreter der Lüner Wirtschaftsförderung und Mitglieder des Rates sowie seiner Ausschüsse an.

Positive Umfrageergebnisse

Im Gespräch mit unserer Redaktion räumte Marc Schawohl ein, dass so ein Projekt „nicht nur auf Gegenliebe“ stößt. Gleichwohl hätten Umfragen in verschiedenen sozialen Medien mit mehreren hunderten Teilnehmern eine Zustimmung von über 70 Prozent für die Anlage erzielt.

Zudem wies er darauf hin, dass - entgegen anders lautender Behauptungen - trotz Wasserskianlage fast der komplette Strandbereich und ein großer Teil des Sees für Schwimmer und Sonnenhungrige erhalten geblieben wäre:

„Auch das Naturschutzgebiet wäre nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, da die Planung der Anlage exakt an die Gegebenheiten angepasst wurde. Ausreichend Abstand zur ‚Vogelinsel‘ und dem westlichen Teil des Sees, sowie Rücklaufstege für herausgefallene Boarder waren ebenfalls berücksichtigt.“

Das sagt der Stadtsprecher

Zum Rückzug Schawohls von seinen Wasserski-Plänen für den Horstmarer See und den damit einhergehenden Vorwürfen gegenüber Verwaltung und Politik sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt Freitag auf Anfrage:

„Die Diskussion in der Öffentlichkeit und Rückmeldungen aus Fraktionen deuten aus Sicht der Verwaltung an, dass es für das Projekt aus dieser Richtung zurzeit eher keine Unterstützung gibt. Dieser Lage scheint Herr Schawohl mit seiner Entscheidung Rechnung zu tragen.“

Der Verwaltung, sagte Spangardt weiter, „lag bisher formal nichts vor, außer einer Interessensbekundung von Herrn Schawohl. Eine politische Befassung mit diesem Interesse hat daher – bis auf einen FDP-Antrag von September 2019, der aber von der Fraktion zurückgezogen wurde – auch gar nicht stattgefunden.

Dazu wäre wahrscheinlich auch zunächst eine Machbarkeitsstudie erforderlich gewesen, die aber Herr Schawohl nicht erstellen wollte, bevor der Rat nicht seine grundsätzliche Zustimmung erteilt“.

Es sei jedoch üblich und auch notwendig, erklärte der Stadtsprecher, dass ein potenzieller Investor die grundsätzliche Machbarkeit seines Vorhabens im Vorfeld durch notwendige Gutachten darlegt.

Das sagt der Wirtschaftsförderer

Mit Bedauern reagierte Lünens Wirtschaftsförderer Eric Swehla auf den Rückzug Schawohls:

„Zunächst einmal bedanke ich mich, dass Herr Schawohl die Idee so hartnäckig verfolgt hat“, sagte Swehla. Er bestätigte zudem gegenüber unserer Redaktion, dass er Marc Schawohl bei zahlreichen Gesprächen mit der Politik begleitet hat und diese Gespräche durchweg konstruktiv verlaufen sind.

Die Installation einer Wasserski-Anlage wäre nach Einschätzung des Wirtschaftsförderers ein weicher Standortfaktor gewesen, um Jugendliche vom Verbleib in der Lippestadt zu überzeugen.

Außerdem hätten mit so einer Anlage gut betuchte Besucher aus dem Umland angelockt werden können, die hier ihr Geld ausgegeben hätten, sagte Eric Swehla.

Im Übrigen betrachte er das Ganze nicht „als endgültig begraben“. Lünens Wirtschaftsförderer wollte nicht ausschließen, dass Schawohl oder ein anderer Investor nach der anstehenden Kommunalwahl im Herbst dieses Jahres einen neuen Anlauf starte.

Das war Schawohls Plan:

  • Geplant war der Bau eines zweistöckigen Gastronomiegebäudes im Bereich der jetzigen Grillwiese.
  • Hier sollten Gäste neben einem hochwertigen Speisen- und Getränkeangebot außerdem Ihre Karten und Materialien für den Wasserski- und Wakeboard-Betrieb finden.
  • Eine Außenterrasse, sowie Duschen und Toiletten waren ebenfalls geplant.
  • Das ehemalige Seekiosk sollte ebenfalls weiter betrieben werden, sodass Snacks, Eis und kühle Getränke am anderen Ende des Ufers für die Besucher des Seeparks zur Verfügung stehen sollten.
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