Wegen Baustelle: Schließt Aldi in Lünen-Süd?

Während Vollsperrung der Bebelstraße

Wenn der Nordtunnel gebaut wird, soll die Bebelstraße für mehrere Monate voll gesperrt werden. Das könnte gravierende Folgen für die Lünen-Süder haben: Die Discounter-Kette Aldi spielt mit dem Gedanken, ihre Filiale an der Bebelstraße während der Phase der Vollsperrung zu schließen.

LÜNEN-SÜD

, 09.02.2017, 05:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen Baustelle: Schließt Aldi in Lünen-Süd?

Der Aldi an der Bebelstraße.

„Es ist eine Option, dass wir den Laden bei einer Vollsperrung der Straße schließen“, sagte Ingo Gebhard. Er ist der Leiter der Immobilien und Expansion bei der Dattelner Aldi GmbH & Co. KG., die auch für weitere vier Aldi-Läden in Lünen verantwortlich ist:

  • Borker Straße (Nordlünen)
  • Viktoriastraße (Innenstadt)
  • Cappenberger Straße (Nordlünen)
  • Mengeder Straße (Brambauer)

Aldi wäre mit der Vollsperrung unzufrieden

„Bei einer Vollsperrung der Bebelstraße stecken wir doch alle mehr oder weniger in einer Sackgasse“, sagte Ingo Gebhard weiter. So wie Aldi und andere ortsansässige Betriebe wären auch die Privathaushalte vom restlichen Verkehr in Lünen-Süd abgeschnitten. Es sei nun wirklich nicht die feine englische Art, Unternehmen und Verbraucher über eine Straßen-Vollsperrung vom Wirtschaftsleben auszugrenzen.

„Wir sind alles andere als begeistert“, sagte Ingo Gebhard. Schließlich gebe es zu der geplanten Vollsperrung ja auch Alternativen. Eine einspurige Lösung wäre für Aldi in Ordnung. Davon hält die Lüner Verwaltung aus Kostengründen nichts.

Schichtplanung könnte Bauarbeiten beschleunigen

Wie Aldi-Manager Ingo Gebhard sagte, würde er gerne wissen, ob die Arbeiten an der Bebelstraße im Ein- oder Mehrschichtbetrieb durchgeführt werden sollen. Ein Zwei- oder Dreischichtbetrieb würde nicht nur die gesamte Baumaßnahme zeitlich verkürzen, damit ließe sich vermutlich wegen einer besseren Auslastung des Maschinenparks auch noch Geld sparen, sagte Gebhard.

Dazu konnte die Straßenbauabteilung der Stadt am Mittwoch keine Angaben machen. Da müsste sich unsere Redaktion mit dem für die Kanalbauarbeiten zuständigen Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung (SAL) und mit der für die Straßenarbeiten verantwortlichen Walter Bau GmbH in Borken in Verbindung setzen, ließ uns die Straßenbauabteilung über die Pressestelle der Stadt mitteilen. Gesagt, getan.

Auch Teile von CDU und SPD gegen die Vollsperrung

Bei SAL hieß es, dass die Arbeiten, wie in der Ausschreibung der Verwaltung vorgesehen, im Ein-Schicht-Betrieb ausgeführt werden. Zum Beispiel von morgens 7 Uhr bis nachmittags 16 oder 17 Uhr. Bei Walter Bau hieß es, dass der zuständige Oberbauleiter krankheitsbedingt nicht im Hause sei und man deshalb keine Auskunft geben könne.

Die von der Verwaltung favorisierte – sechs bis siebenmonatige – Vollsperrung der Bebelstraße ist am 15. Februar Thema im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Da wird sich zeigen, wie die Politik mit der öffentlichen Kritik an den Verwaltungsplänen umgeht. Zu den Gegnern der Vollsperrung zählen neben Anliegern und dem örtlichen Einzelhandel die CDU-Ratsfraktion, die SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker sowie die Ortsgruppe Lünen-Süd der IG BCE.

Die geplante Vollsperrung der Bebelstraße ist am Donnerstagabend ab 18 Uhr Thema einer Bürgerversammlung. Sie findet in den Räumen des Multikulturellen Forums an der Bahnstraße 31 statt. Daran nehmen Fachdezernent Thomas Berger, Friedhelm Wittlieb, Leiter Verkehrsüberwachung und Hendrik Lüdke Brintrup, stellvertretender Leiter Straßenbau, teil.

Einkaufen in Lünen-Süd
Mit den Einkaufsmöglichkeiten ist es in Lünen-Süd nicht weit her. Neben dem Aldi an der Bebelstraße gibt es in dem Stadtteil noch einen Rewe-Markt, eine Rossmann- und eine Centershop-Filiale an der Jägerstraße.

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