Wegen Corona: Lüner Paare übertragen Trauung per Handy an ihre Gäste

rnWeniger Hochzeiten

Der schönste Tag im Leben fällt für einige Paare dieses Jahr ins Wasser. Aufgrund von Corona gibt es in Lünen viel weniger Trauungen als in den vergangenen Jahren. Das könnte sich ändern.

Lünen

, 26.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 20 Prozent weniger Trauungen verzeichneten die Lüner Standesbeamten bisher in diesem Jahr. Gaben sich vom 1. Januar bis 21. August 2019 noch 251 Paare das Ja-Wort an den verschiedenen Lüner Trau-Orten, waren es in diesem Jahr nur 200 Eheschließungen.

Absage mit Begründung Corona-Pandemie

„Es ist auch vorgekommen, dass Paare feste Termine mit der Begründung Corona-Pandemie abgesagt haben“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Genaue Zahlen dazu gebe es aber nicht. Teilweise wurden Termine für Trauungen auf den Herbst verschoben, andere Paare wollen sich nun auch erst 2021 trauen lassen.

Apropos Herbst - auf den scheinen viele Paare zu hoffen. Denn es gibt, so Spangardt, für die weiteren Monate bis Jahresende 2020 nicht weniger Terminvereinbarungen als in den Vorjahren.

In den Monaten September und Oktober 2019 sagten in Lünen 88 Paare „Ja“ zueinander. Derzeit stehen in den Terminkalendern der Standesbeamten für diesen September und Oktober auch schon 77 fest vereinbarte Eheschließungen. Spangardt: „Erfahrungsgemäß kommen da noch einige Termine hinzu.“ Denn es gebe immer Paare, die kurz entschlossen heiraten wollen.

Es ist auch in diesem Jahr vorgekommen, dass manche Paare nur zu zweit geheiratet haben - komplett ohne Gäste. Die meisten Paare hatten jedoch Familie und Freunde auch in Coronazeiten an ihrem großen Tag dabei.

Kreative Lösungen

Probleme mit zu großen Hochzeitsgesellschaften hat es bislang nicht gegeben. Spangardt: „Aktuell sind zehn Personen zur Eheschließung zugelassen. Inklusive Brautpaar.“ Also dürfen acht Gäste an der Trauung teilnehmen.

Verständlicherweise, sagt der Stadtsprecher, möchten viele Brautpaare möglichst viele Verwandte und Freunde an der Trauung teilhaben lassen.

Da das derzeit nicht möglich ist, um eine Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus möglichst zu minimieren, haben viele Paare und auch Gäste kreative Lösungen gefunden. Beispielsweise eine Videoaufzeichnung der Trauung, die sich die Verwandten und Freunde dann anschauen können. Oder auch eine Handyübertragung der Zeremonie vor dem Standesbeamten „nach draußen“ auf die Handys der Angehörigen und Freunde.

Derzeit keine Trauungen im Rathaus

Bei der Auswahl des Trau-Ortes haben die Brautpaare auch in Corona-Zeiten die Qual der Wahl. Bis auf eine Ausnahme - im Trauzimmer im 14. Stock des Rathauses finden derzeit weiterhin keine Trauungen statt. Alle anderen Orte - beispielsweise Museum Schwansbell, Schlossmühle Lippholthausen, aber auch die Cineworld oder der Bauernhof Goertz - sind als Trau-Orte weiterhin möglich. Im Trauzimmer selbst muss übrigens kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden - weder vom Brautpaar, noch von den Gästen.

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