Manche Betriebe zahlen in der Corona-Krise mehr Weihnachtsgeld

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Die Corona-Pandemie drückt die Umsätze der Unternehmen. Trotzdem halten viele Arbeitgeber in Lünen auch in der Krise an Zusatzleistungen für ihre Mitarbeiter fest - oder legen noch was drauf.

Lünen

, 20.11.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Trotzdem müssen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Lünen auch in der Corona-Krise nicht auf Zusatzleistungen verzichten. Wie eine Umfrage unserer Redaktion unter Lüner Betrieben ergeben hat, zahlen alle im November ganz normal Weihnachtsgeld an die Angestellten. Und teilweise sogar noch etwas mehr: „Wir haben entschieden, dass wir unseren Angestellten einen Corona-Bonus auszahlen“, sagt Wilhelm Kanne von der gleichnamigen Bäckerei im Gespräch mit unserer Redaktion. „Je nachdem, wie viele Stunden er oder sie bei uns arbeitet, gibt es 100 oder 200 Euro extra.“ Die Firma will damit die Leistung der Angestellten honorieren, die gerade in der Krise Außergewöhnliches geleistet hätten.

Auch die Sparkasse an der Lippe zahlt eine „Corona-Prämie“. Wie Nils Klausen aus dem Vorstandssekretariat mitteilt, ist diese Prämie Teil einer Einigung unter den Tarifparteien im Öffentlichen Dienst und wird mit dem Dezembergehalt ausgezahlt. Ein so genanntes Weihnachtsgeld gebe es bei den Sparkassen nicht, so Klausen: „Vielmehr erhalten unsere Kolleginnen und Kollegen die Sparkassensonderzahlung, die sich auf der Grundlage des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst ergibt.“

Tarifvertrag regelt Sonderzahlungen

Genau wie die Sparkasse sind auch die Stadtwerke Lünen und natürlich der „Konzern Stadt“ an die Tarifverträge des Öffentlichen Dienstes gebunden. Somit gibt es laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt hier ebenfalls eine Corona-Sonderzahlung , die zwischen 200 und 600 Euro liegt - zusätzlich zu den Jahressonderzahlungen für die Angestellten. Bei Beamten richtete sich bis zum 31. Dezember 2016 die Sonderzahlung nach dem Sonderzahlungsgesetz NRW. „Seit dem Jahr 2017 fällt die jährliche Sonderzahlung bei Beamten weg, dafür wurden die Bezüge quasi in die monatlichen Zahlungen integriert“, erläutert Spangardt.

Dort, wo Tarifverträge gelten, ist das Weihnachtsgeld genau wie im Öffentlichen Dienst gesichert. „Jahressonderleistungen werden wie in der Vergangenheit auch nach den Tarifverträgen des Verbandes der Großbäcker vergütet“, teilt beispielsweise die Lieken AG mit. Auch die Ardagh Glass Group zahlt gemäß des Tarifvertrags Weihnachtsgeld. Bei der Aurubis AG gibt es laut Pressesprecher Malte Blombach betriebliche Regelungen, nach denen sich die „Jahresleistung“ - also das Weihnachtsgeld - auf „125 Prozent des maßgeblichen Monatsbeitrags, der 95 Prozent des Monatseinkommens beträgt“, beläuft.

Bisher sei Aurubis gut durch die Krise gekommen, so Blombach weiter. „Dazu haben in großem Maße auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beigetragen.“ Deshalb gebe es seitens der Firma keinerlei Veranlassung, die Jahresleistung aufgrund der Corona-Krise zu ändern.

Unterstützung für die Angestellten

Eine Einstellung, mit der Aurubis nicht alleine ist - auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ruhr-Lippe-Ems, die in Lünen unter anderem Pflegeheime und Kitas betreibt, dass die - tariflich vereinbarte - Sonderleistung angemessen sei: „Gerade in unseren Arbeitsbereichen Kindertageseinrichtungen, Offenen Ganztagsschulen, ambulante Pflege und der Eingliederungshilfe sind die Kolleginnen und Kollegen immer für die Menschen dagewesen.“ Vom Klinikum Westfalen heißt es: „Wir versuchen daher in jeder uns möglicher Weise, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrer Arbeit zu unterstützen und ihre Leistung anzuerkennen.“ Hier ist das Weihnachtsgeld ebenfalls tariflich geregelt.

Bei der AWO liegt das Weihnachtsgeld je nach Tarifgruppe zwischen 60 und 90 Prozent eines Monatseinkommens. EBG Electro gehört derweil zum Tarifgebiet Metall NRW und zahlt laut Geschäftsführer Dag Hagby je nach Betriebszugehörigkeit bis zu 55 % eines Monatsentgelts als Weihnachtsgeld.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version dieses Textes hatte sich beim Weihnachtsgeld von Aurubis ein Komma hineingemogelt. Das Unternehmen zahlt nicht 12,5, sondern 125 Prozent des maßgeblichen Monatsbeitrages. Wir haben die Passage korrigiert.

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