Wer vorm Edeka zu lange parkt, riskiert „Knöllchen“

Lüner Einzelhändler rüsten auf

Warum für einen Parkplatz in der City zahlen, wenn es doch beim Supermarkt um die Ecke einen umsonst gibt? Einzelhändler aus Lünen berichten, dass ihre Kundenparkplätze regelmäßig von Autofahrern genutzt werden, die gar keine Kunden sind. Jetzt wird aufgerüstet.

LÜNEN

, 09.06.2017, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Edeka Patzer hat die Bewirtschaftung seines Kundenparkplatzes an der Ecke Kurt-Schumacher-/Viktoria-straße an die Firma „fair parken“ aus Düsseldorf übertragen. Seit etwa zwei Wochen weisen Schilder darauf hin, dass nur mit Parkscheibe und maximal 1,5 Stunden geparkt werden darf. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Vertragsstrafe in Höhe von 19,90 Euro – ein privates „Knöllchen“ sozusagen.

Übergangsfrist läuft noch

„Es geht nicht darum, Leute abzuzocken“, sagt Filialleiterin Ute Neuhaus, „aber wir haben das Riesenproblem, dass alles zugeparkt wird, insbesondere bei Veranstaltungen wie der Kirmes.“ Noch, betont Neuhaus, müsse niemand zahlen. Es laufe eine Übergangsfrist, in der erstmal nur mit einem Hinweiszettel gewarnt wird.

„Das ist krass, das wusste ich nicht“, sagte am Freitagmorgen Edeka-Kunde Andy Wille. Die Hinweisschilder habe er nicht bemerkt. „Aber wenn ich drüber nachdenke, kann ich die Regelung nachvollziehen.“ Beim nächsten Mal will er die Parkscheibe ins Auto legen. „Ich hatte schon den Warnzettel am Auto. Wenn ich tatsächlich zahlen soll, bin ich beim Anwalt“, meint eine andere Kundin, die anonym bleiben will. Auch sie könne das Problem zwar nachvollziehen, lehne aber trotzdem Firmen wie „fair parken“ ab: „Über die habe ich schon viel Schlechtes im Internet gelesen.“

„fair parken“ bewirtschaftet nach eigenen Angaben schon über 300 Standorte in Deutschland, hebt in seiner Selbstdarstellung unter anderem „professionelles Bewachungsmanagement“ und „differenziertes Kulanzmanagement“ durch direkte Erreichbarkeit hervor.

Auch andere Einzelhändler klagen

Nicht nur bei Edeka Patzer gibt es Probleme. „Wenn an Markttagen alle Kunden auf unserem Parkplatz auch tatsächlich bei uns im Geschäft wären, wäre mein Chef glücklich“, sagt Claudia Helfrich, stellvertretende Leiterin bei Rewe Krummenerl im Viktoria-Center an der Viktoria-Straße. Im Center gibt es acht Einzelhändler. Schilder drohen Falschparkern mit 20 Euro Gebühr. Doch Helfrich räumt ein, dass es momentan an der Kontrolle hapert. „Es gibt jetzt die Idee für eine Schrankenanlage, entschieden ist aber noch nichts“, erklärt sie.

„Wir sehen Fremdparker überhaupt nicht gerne, weil wir ohnehin schon wenige Kundenparkplätze haben.“ Das sagt Manfred Klimburg für das Rewe-Center Hübner an der Kurt-Schumacher-Straße. Schilder in zwei Versionen weisen dort auf die Regeln hin. „Wir kontrollieren das selbst“, berichtet Klimburg. Es sei auch schon abgeschleppt worden.

Mitarbeiter führen Kontrollen durch

Bei Kaufland gilt: Kunden parken 90 Minuten frei, anschließend wird ein Euro pro angefangene Stunde fällig. Die Parkkarte gibt es an der Schrankenanlage. Die aber ist oft außer Betrieb. „Aufgrund von Beschädigungen“, so die Kaufland-Pressestelle.

Als Einladung zum kostenlosen Parken sollten Autofahrer eine geöffnete Schranke eher nicht verstehen: „Unsere Mitarbeiter führen regelmäßig Kontrollen über die Einhaltung der Parkdauer durch. Bei Auffälligkeiten erfolgt ein Hinweis an die Kunden. Fremd- und Dauerparker werden kostenpflichtig abgeschleppt“, so die Kaufland-Pressestelle.

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