Wer wird neuer Bürgermeister? Der Wahlkampf hat offenbar schon begonnen

rnNoch anderthalb Jahre

In der Debattier-Kolumne „Jetzt mal unter uns“ vertreten Mitglieder der Redaktion Lünen ihre Meinung. In dieser Woche geht‘s um die Bürgermeister-Wahl - und einen Frühstart in den Wahlkampf.

Lünen

, 13.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es gibt noch nicht einmal ein Datum für die Kommunalwahlen 2020, bei denen die Lüner Bürger auch ihren künftigen obersten Vertreter bestimmen: den Bürgermeister. Im Herbst 2020 wird das sein, also in rund anderthalb Jahren. Das ist noch viel Zeit. Aber der Wahlkampf – so sieht es aus – hat schon jetzt begonnen.

Spätestens am vergangenen Freitag. Da hat die SPD ihren Bürgermeisterkandidaten vorgestellt, den jetzigen Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer. Ihm wird eine ausgedehnte Antipathie zum amtierenden Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns nachgesagt. Das macht den Wahlkampf ja nicht unbedingt uninteressanter.

Lange war spekuliert worden, ob es nicht möglicherweise einen gemeinsamen Kandidaten von CDU und SPD geben würde. Der Freitag zeigte: das ist nicht der Fall. Wen die CDU ins Rennen schickt? Spannende Frage.

Ganz praktische Konsequenzen

Dass der Wahlkampf anfängt, hat für uns Journalisten auch immer ganz praktische Folgen: Die Frequenz der Termine mit (vermeintlichen) Parteigrößen steigt, dazu Stände in der Fußgängerzone, wo wir am besten auch Foto und Texte machen sollen. Der Erkenntnisgewinn der Berichterstattung ist für die Leser meist überschaubar.

Dass der Wahlkampf begonnen hat, hat die Kollegin auch in der Ratssitzung am Donnerstag gemerkt. Ein paar Jahre lang war größtenteils Ruhe, Zusammenarbeit und Diskussionen waren mehr oder weniger konstruktiv. Nicht so am Donnerstag. Da war man auf einmal unzufrieden mit der Art und Weise, wie der Bürgermeister hat abstimmen lassen. Zu Recht, wahrscheinlich, und wenn man ehrlich ist, gab es diese Beschwerden auch in der Vergangenheit häufiger. Donnerstag war trotzdem anders: Da sollten die Politiker auf einmal Farbe bekennen und auf Wunsch der CDU namentlich abstimmen. Viele Politiker verließen aus Protest über den Abstimmungsmodus des Bürgermeisters den Saal.

Am Ende ist es eine gute Entscheidung

Den Bürgern, die vor allem aus Interesse an der möglichen Gewerbe-Entwicklung des Naturschutzgebietes Welschenkamp gekommen waren, wurde einiges geboten. Ob sie das sehen wollten, sei mal dahingestellt. Den meisten war es wohl ein Anliegen, dass die Fläche Welschenkamp aus dem Gewerbeentwicklungskonzept gestrichen wurde, sie werden das Rathaus also zufrieden verlassen.

Bei allem Drumherum ist das übrigens eine gute Entscheidung, finde ich. Eine Entscheidung, die zeigt, dass Öffentlichkeit wirkt. Denn in den Diskussionen zuvor sahen die Mehrheiten noch anders aus.

Subjektiv, wertend oder politisch unkorrekt – RN-Redakteure sprechen freitags einmal „ganz unter uns“ über Themen, die sie und Lünen bewegen. Dabei möchten sie nicht so ganz ernst genommen werden. Zumindest nicht immer. Schreiben Sie unserem Autor: marc.froehling@ruhrnachrichten.de
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