Westfalia-Kantine: Unternehmer investiert Millionen für Baudenkmal und Neubauten

rnAltes Industrie-Gebäude

Knapp 150 Jahre steht die alte Westfalia-Kantine schon. Es ist nicht das erste Mal, dass sich ihr Umfeld jetzt verändern wird. Der Unternehmer hat aber auch Pläne für die Kantine selbst.

Lünen

, 03.05.2019, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Ingo Kaiser, Geschäftsführer der Werner Firma Late Night Concepts, eine 9000 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet Westfalia gekauft. Und mit der Fläche auch eines der ältesten Industriegebäude der Stadt: Die ehemalige Kantine der Eisenhütte Westfalia, gebaut im Jahr 1870. Die ist mittlerweile in ziemlich schlechtem Zustand und muss aufwendig instand gehalten und saniert werden - das hatte zuvor jahrelang Unternehmen vom Kauf der Fläche abgehalten.

Westfalia-Kantine: Unternehmer investiert Millionen für Baudenkmal und Neubauten

So sieht es unter dem Dach der alten Kantine aus. © Fröhling

Ingo Kaiser aber hatte trotzdem Interesse und schlug zu. Ein Jahr lang hat er sich Gedanken über ein optimales Nutzungskonzept gemacht. Die Phase ist jetzt zu Ende, im Juni soll der Bau beginnen. Die Baugenehmigung liegt vor. Kaiser hat genau zwei Wünsche für die Fläche: „Wir wollen Tradition und Innovation verbinden. Und wir wollen einen Mehrwert für die Region schaffen, jungen Leuten eine Perspektive geben“, sagt der Geschäftsführer, der für die Lüner Entwicklung extra ein neues Unternehmen gegründet hat. Der Name: Erlebnisreich.

Lünen, sagt Kaiser, sei eine schöne Stadt. Nur die Kaufkraft, die sei schlecht. Ein Projekt wie seines könne das möglicherweise verbessern.

Entstehen sollen zwei große Gebäude, in die zu rund zwei Dritteln der rund 7000 Quadratmetern nutzbarer Fläche Kaisers Firma Late Night Concepts einziehen soll. Die Firma unterstützt große Unternehmen bei der Durchführung von Veranstaltungen, baut etwa Bühnenbilder. „Wir sind im Grunde ein Architektur-Büro mit Elektrikern und Schreinern“, sagt Kaiser.

Nicht nur Büros, auch Veranstaltungen möglich

Das restliche Drittel will Kaiser vermieten, an andere Unternehmen in der Region. Der Bedarf sei da, sagt Kaiser, die Vermarktung solle in den nächsten Wochen beginnen. Auch Lagerflächen können vermietet werden.

Gebaut wird so, dass flexibel Gebäudeteile abgetrennt oder hinzugefügt werden können. Optisch wird die Fassade gestaltet werden wie eine Bühne - eine Referenz an die Tätigkeit der Late Night Concepts. Teile des neuen Gebäudes werden außerdem als Veranstaltungsorte für Konferenzen oder Tagungen genutzt, entweder von Kaiser selbst oder von Mietern. Ebenfalls auf dem Gelände entstehen wird ein Pavillon für Trainings- und Schulungszwecke.

Für die Neubauten gibt Kaiser mehrere Millionen aus, er spricht von einem höheren siebenstelligen Betrag.

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So soll die Verbindung zwischen Kantine und Neubau aussehen. © Erlebnisreich

Teuer wird auch die Sanierung der alten Westfalia-Kantine. Denn die soll Teil des Ensembles und an die Neubauten angebunden werden. Im Obergeschoss soll es Büroräume geben, unten Veranstaltungsfläche. „Ich möchte den Leuten das wieder zugänglich machen“, sagt Kaiser.

Wann genau das passieren wird ist noch offen. In den kommenden Wochen startet erstmal die Entkernung, dann sieht man genau, was überhaupt möglich und nötig ist.

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