Wie Lünens Partnerstadt Salford sich wandelt

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Die Städtepartnerschaft zwischen Lünen und Salford feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag. Ihre Anfänge nahm sie nach dem 2. Weltkrieg. Seitdem hat sich jedoch viel getan. In beiden Städten ist der Bergbau verschwunden, auch Salford steckt mitten im Strukturwandel. Reporter Christopher Krämer hat sich in der englischen Stadt umgesehen.

LÜNEN/SALFORD

, 23.04.2016, 06:47 Uhr / Lesedauer: 4 min

Salford – das ist schon lange nicht mehr eine Bergarbeiterstadt, deren Leben durch Minen und schwere Industrie bestimmt wird. Dieses Image möchte die Stadt endgültig ablegen. Das neue Salford ist hoch, modern und anders.

Rund 240.000 Leute wohnen aktuell in der Stadt, die zum County Greater Manchester gehört. Die Minen sind schon seit langer Zeit Vergangenheit, die alten Industriebrachen werden neu genutzt. Wenn Derek Antrobus, Mitglied des Salforder strategischen Planungskomitees, durch sein neues und modernes Salford führt, dann fallen ganz oft die Wörter: Appartement und Büros. „Es ist die am schnellsten wachsende Stadt in Nord England“, erklärt er.

In den Außenbezirken steht die Zeit still

Während in den Außenbezirke Swinton und Pendlebury, die 1966 noch als eigenständige Städte den Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichneten, die Zeit etwas stehen geblieben scheint und sich die klassischen englischen Häuschen aneinanderreihen, dreht sich die Welt vor allem seit den letzten vier Jahren im Zentrum immer schneller.

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Eindrücke aus Lünens Partnerstadt Salford

Die Städtepartnerschaft zwischen Lünen und Salford feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag. Ihre Anfänge nahm sie nach dem 2. Weltkrieg. Seitdem hat sich jedoch viel getan. In beiden Städten ist der Bergbau verschwunden, auch Salford steckt mitten im Strukturwandel. Reporter Christopher Krämer hat sich in der englischen Stadt umgesehen.
22.04.2016
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An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: das Lowery Hotel (*****) .© Foto: Christopher Kremer
Derek Antrobus, Mitglied des Stadtrates in Salford, vor der St. Augustines Kirche, die viel von den Minenarbeitern genutzt wurde.© Foto: Christopher Kremer
Derek Antrobus, Mitglied des Stadtrates in Salford, vor der St. Augustines Kirche, die viel von den Minenarbeitern genutzt wurde.© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell, der durch Salford fließt. Der Bereich neben dem Fluss Irwell dient nicht nur als Fußballplatz, sondern im Falle einer Überflutung als Schutz.© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell, der durch Salford fließt. Der Bereich neben dem Fluss Irwell dient nicht nur als Fußballplatz, sondern im Falle einer Überflutung als Schutz.© Foto: Christopher Kremer
Derek Antrobus, Mitglied des Stadtrates in Salford, vor der St. Augustines Kirche, die viel von den Minenarbeitern genutzt wurde.© Foto: Christopher Kremer
Die Reste in den Bäumen lassen auf den Wasserstand bei der letzten Überflutung schließen.© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford (rechts) und Manchester (links).© Foto: Christopher Kremer
An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
An der "Geburtsstelle" der Stadt entstehen neue, hohe Büroräume und Wohnungen© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Die Grenze zwischen Salford und Manchester.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: das ehemalige Rathaus.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: die Kathedrale von Salford.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: das alte Krankenhaus.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: die Universität.© Foto: Christopher Kremer
Weitere Eindrücke aus der Innenstadt von Salford: Die Universität (links) und die neuen Wohnhäuser für Studenten.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche, vorne Derek Antrobus.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Bilder aus der Media City und den Salford Quays. Hier lagen früher die Hafen-Docks, an denen mit Baumwolle gehandelt wurde. Heute dominiert hier die Medien-Branche.© Foto: Christopher Kremer
Hier entsteht bald der Lünen Platz, zur Feier der 50-jährigen Partnerschaft zwischen den beiden Städten.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus Pendlebury, einem heutigen Vorort von Salford. Das erste Dokument über die Partnerschaft wurde 1966 zwischen Swinton & Pendlebury und Lünen geschlossen. Mit der Adoption der heutigen Stadtteile, übernahm die Stadt Salford auch die Partnerschaft.© Foto: Christopher Kremer
Schlagworte Lünen

Dort wo früher nur Sümpfe und Parkplätze waren, steht ein hohes Haus neben dem anderen, reiht sich Baustelle an Baustelle. Dort wo früher Busse über Nächte stehen gelassen wurden, entstehen Büros und Wohnungen auf vielen Etagen. Es ist nicht überraschend, dass Antrobus von einer „wahnsinnigen und verrückten Entwicklung“ spricht.

Dieses Vorher-Nachher-Bild aus Salford (2012/2016) zeigt, wie rasant sich die Stadt entwickelt:

 

 2012 | 2016

 

Eine Baustelle ist an dem Platz, an dem Salford geboren wurde, „an dem alles startete“, wie Antrobus sagt. Hier, wo die ersten Siedler eine seichte Stelle im Fluss Irwell mit vielen Steinen genutzt haben, um von Manchester nach Salford zu kommen, soll das Leben zurückkehren. Vor allem IT und Technologie-Firmen seien an den neuen Büros interessiert, sagt Antrobus, „aber auch eine Bank hat Interesse gezeigt.“

Inzwischen verbindet der Fluss, statt zu trennen

Die Verbindung zwischen Manchester und Salford ist eine ganz Besondere – beide Städte sind nur durch den Fluss getrennt. „Manchmal geht man über die Brücke und ist in Manchester und manchmal ist es umgekehrt“, sagt Antrobus. Früher habe es eine große Rivalität zwischen beiden Städten gegeben, erklärt er, das habe sich aber mit der Zeit gelegt. Man arbeite jetzt besser zusammen als früher, der Fluss sei heute mehr eine Gemeinsamkeit als eine Unterscheidung.

 

Eindrücke aus Lünens Partnerstadt Salford: Der Fluss Irwell markiert die Grenze zwischen Salford und Manchester.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 22. Apr 2016 um 3:13 Uhr

Ganz will sich die Stadt aber nicht von der Vergangenheit lösen. „Wir versuchen, so viel wie möglich der alten Strukturen zu erhalten“, erklärt er, auch wenn das nicht immer möglich sei. So gibt es zum Beispiel noch den Pub, in dem Karl Marx und Friedrich Engels damals zusammen ein Bier tranken, als sie in Manchester lebten.

Die Geschichte der Städtepartnerschaft von Lünen und Salford 
Angefangen hatte alles aber schon nach Ende des Zweiten Weltkrieges. In einem Kriegsgefangenen-Lager lernten sich Wachsoldat Leslie Suggit und der Gefangene Ernst Schwarzenberger aus Lünen kennen – ihre Freundschaft hielt ein Leben lang.
Als Suggit im Jahre 1961 Bürgermeister der Stadt Swinton & Pendlebury wurde, wurde das Verhältnis der beiden Bergarbeiter-Städte immer enger – Besuche der „Kumpel“ häuften sich auf beiden Seiten.
1966 wurde es dann offiziell: Oberbürgermeister Heinrich Czerwinski (Lünen) und Bürgermeister Ronald Watton unterzeichneten die Partnerschaftsurkunde. Als Swinton & Pendlebury 1974 im Zuge der kommunalen Neuordnung in England zu Salford eingemeindet wurden, brachten sie die Städtepartnerschaft mit.

Genau gegenüber, auf der anderen Seite der Straße, liegen die Gebäude der Universität. 20.000 Studenten sind hier eingeschrieben. Auch die neuen Wohnheime liegen direkt am Fluss, nur durch einen kleinen Park von den Uni-Gebäuden getrennt. „Durch die vielen Studenten ist auch der Park viel belebter“, erklärt er. Ein wichtiger Bestandteil des Campus: das Gebäude für Journalismus und Medien.

Baumwollhandel wurde von Medien abgelöst

Das liegt ein paar Meter weiter den Fluss herunter, in einem neuen und modernen Zentrum: die Salford Quays und die Media City. Hier, wo die Sender BBC und Channel 4 sowie viele Radiosender sich niedergelassen haben, arbeiten aktuell 15.000 Menschen, mittendrin die Studenten. Als die Docks in den frühen 1980 schließen mussten und der Handel mit Baumwolle ein Ende fand, fanden hier 5000 Leute Arbeit.

 

Eindrücke aus Lünens Partnerstadt Salford: An den Salford Quays, den ehemaligen Docks, sind viele Wohnungen gebaut worden.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 22. Apr 2016 um 3:14 Uhr

Hamburg lieferte Inspiration

Für Besucher wirkt die Media City wie eine Mischung aus dem Düsseldorfer Medienhafen und der Hamburger Speicherstadt. Die Architekten seien damals auch an die Elbe geflogen, um sich inspirieren zu lassen, sagt Antrobus. So ragen auch hier Gebäude in allen Formen und Farben weit in den Himmel, fast alle haben eine Glasverkleidung. Ein paar sind eckig und ragen über die Wasserbecken hinaus, andere neigen sich oval nach oben und erlauben einen umfassenden Blick auf die Stadt – auch auf das Old Trafford, die Arena von Manchester United, welche nur wenige Gehminuten über eine Brücke zu erreichen ist.

„Salford verändert sich schnell“, sagt Antrobus, „trotzdem müssen wir immer noch gegen die alten Stereotypen kämpfen.“ Die Stadt, die in der Vergangenheit durch Bergarbeiter und Minen geprägt war, kann dieses Image in der Öffentlichkeit noch nicht ganz loswerden. Es sei ein harter Kampf, erklärt er. Vor kurzem sei es erst gewesen, dass eine englische Tageszeitung über die schlechten Seiten der Stadt berichtet habe, wie zum Beispiel über einige Gangs, die Gewalt mit Schusswaffen in den Vororten und am Rande der Stadt verüben.

 

Eindrücke aus Lünens Partnerstadt Salford: Die moderne Media City verändert das Gesicht der Stadt. Unter anderem der Sender BBC hat sich hier niedergelassen.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 22. Apr 2016 um 3:15 Uhr

„Doch die Media City und die Docks verändern langsam das Image der Stadt“, sagt er. Eine teure Angelegenheit – wie viel Geld die Stadt insgesamt dafür investiere? Darauf zuckt Planer Derek Antrobus nur mit den Schultern. Es sei so viel, das könne er auswendig gar nicht sagen. Schon alleine für den besseren Anschluss des Hauptbahnhofs an das Schienennetz würde die Stadt über 100 Millionen investieren. So ist es auch nicht überraschend, dass einige Wohnungen in der Media City rund eine Millionen Pfund kosten, „es gibt aber auch welche für 250.000“, sagt er.

Eine Stadt mit Verkehrsinfarkt

In Salford ist derzeit mächtig was los – an manchen Stellen jedoch zu viel. In der Stadt am Irwell-Fluss sind dermaßen viele Autos auf den Straßen, dass zu gewissen Zeiten die Fortbewegung fast unmöglich erscheint. „Das Problem haben die Briten allerdings überall“, erklärt er. Ein schlüssiges Konzept, das Verkehrsaufkommen zu senken, habe man aber auch hier nicht.

 

Eindrücke aus Lünens Partnerstadt Salford: Auf vielen ehemals ungenutzten Flächen entstehen große Komplexe für Wohnungen und Büros für IT- und Dienstleistungsfirmen.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 22. Apr 2016 um 3:10 Uhr

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