Wiedersehen mit guten Freunden

Interview Giovanni Guzzo

Zum dritten Mal gastiert Giovanni Guzzo beim Musikfestival. Mit RN-Redakteurin Beate Rottgardt sprach der Violinist über seine Pläne und seine Eindrücke von Cappenberg.

CAPPENBERG

von Von Beate Rottgardt

, 16.05.2012, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wiedersehen mit guten Freunden

Giovanni Guzzo vor dem Theater Schloss Cappenberg. Der gebürtige Venezuelaner ist zum dritten Mal beim Festival dabei.

Es bedeutet für mich ein Wiedersehen mit guten Freunden. Wir fühlen uns hier ein wenig wie eine große Familie. Die meisten Musiker sind schon seit langem beim Festival dabei und es sind einige der besten Musiker der Welt. Cappenberg ist ein besonderer Ort, mit herrlicher Natur, einem wunderbaren Theater und wunderbarem Publikum. Für mich ist es auch ein Aufladen meiner Batterien, eine sehr intensive und inspirierende Zeit.

Beim Eröffnungsabend am nächsten Dienstag (bereits ausverkauft, Anm.d.Red.). Dann spiele ich am Pfingstsonntag, 27. Mai, abends die Debussy-Sonate für Violine Klavier und im Abschlusskonzert am Pfingstmontag, 28. Mai, als Teil eines Streichsextetts „Souvenir de Florence„, ein Werk von Tschaikowsky.  

Ich bin am Dienstag angekommen, habe die Zeit auch schon genutzt, um hier zu laufen. Es ist wunderschön, die Bäume blühen und die Landschaft mag ich sehr gerne. Bevor ich nach Cappenberg kam, hatte ich ein Konzert in Bamberg mit Mirijam Contzen und dem Serafino-Streichquartett, das übrigens auf Cappenberg gegründet wurde.  

Dazu gehören Mirijam Contzen, Konstantin Heidrich und Dirk Niewöhner. Wir haben beim Festival zusammen musiziert. Es lief sehr gut und so überlegten wir uns, das Quartett zu gründen und mehr Konzerte zusammen zu geben. Wir sind vier ganz verschiedene Individuen mit ganz verschiedenem Hintergrund und verschiedenen Ideen. Der eine spielt im Orchester, der andere spielt mehr Solokonzerte und Kammermusik. Aber es läuft zusammen sehr gut.  

Wir trafen uns 2008 bei einem Festival in der Schweiz, spielten verschiedene Konzerte und sie lud mich nach Cappenberg ein. 2010 war ich dann das erste Mal hier und es ist irgendwie magisch.  

Jeder Musiker behandelt sein Instrument besonders, denn man verbringt viel Zeit mit ihm, es ist wie der beste Freund. Meine Geige stammt aus dem italienischen Bresica und gehört der Royal Academy of Music in London, wo ich studiert habe. Ich hatte dann das große Glück, nach meinem Studium jetzt dort in London auch eine neue Generation von Musikern unterrichten zu dürfen. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, aus Japan, China, Brasilien und Afrika.  

Ich werde zurück nach London fliegen und einige Konzerte geben, auch mit dem Serafino-Quartett. Wir spielen auch wieder beim Verbier-Festival in der Schweiz.  

Auf jeden Fall. Ich versuche einmal im Jahr nach Venezuela zu reisen, denn ich habe dort auch noch Verwandte. Es ist auch ein herrlicher Ort für klassische Musik. Und ich unterrichte dort auch noch ein bisschen einige Nachwuchsmusiker.

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