Wilde Müllkippen in Lünen: Zahlen steigen, Landwirt hofft auf Hinweise

rnUmweltsünder

Ein abgelegener Ort in der Wethmarheide wird immer wieder zugemüllt. Landwirt Dieter Kuhne regt das auf, denn es ist kein Einzelfall. Die offiziellen Zahlen sind hoch - wie die Dunkelziffer.

Lünen

, 02.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den letzten Tagen häufen sich die Fälle wieder, hat Dieter Kuhne beobachtet. Der Landwirt und Immobilienmakler besitzt auch viel Land in Lünen und kommt deshalb viel rum. „Vor allem die wilde Entsorgung von Grünschnitt hat zugenommen“, sagt er.

Dass das was damit zu tun hat, dass die WBL in der Corona-Krise erst keine Abfälle mehr angenommen und dann nur am Samstag zur Annahme von Grünschnitt geöffnet haben, glaubt er nicht. Zu viele solcher Müllkippen hat er schon entdeckt, gemeldet und teilweise selbst entsorgt.

Abgeschiedene Stelle voller Müll

Zuletzt war das eine Stelle in der Wethmarheide in der Nähe von Brambauer, sehr abgeschieden. Grünschnitt, Pflastersteine und Teile eines Zauns liegen dort. Kuhne hofft, dass möglicherweise jemand beobachtet hat, wie so ein Zaun abgebaut wurde. Er will Anzeige erstatten, Zeugen könnten dann bei der Polizei Hinweise geben. Der Lüner vermutet, dass jemand, der beruflich in der Gartenpflege arbeitet, die Stelle nutzt.

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Passend zu Kuhnes Beobachtungen hat der Kreis Unna jetzt Zahlen veröffentlicht, wonach die Zahl der illegalen Müllkippen steigt. 2019 wurden 219 sogenannte ordnungsbehördliche Verfahren deswegen eröffnet, 2018 waren es noch 181 gewesen. Auch die Zahl der daraus eingeleiteten Bußgeldverfahren ist gestiegen: Von 100 in 2018 auf 113 in 2019.

Kuhne geht davon aus, dass die Dunkelziffer der tatsächlichen Müllkippen deutlich höher liegt. Viele werden gar nicht mehr offiziell angezeigt.

Zu wildem Müll gesellt sich schnell mehr Müll

Ein Problem laut Kreis Unna: Wird eine illegale Müllkippe nicht schnell genug beseitigt, scheint das für andere Umweltsünder das Zeichen zu sein, ihren Müll dazu zu stellen. Was die Mitarbeiter dort finden, sei vielfältig: „Gartenabfälle, Haus- und Sperrmüll, metallische Abfälle, Bauschutt, Altfahrzeuge, Elektronikschrott, Verpackungsabfälle und sogar Sondermüll wie Fahrzeugbatterien und Altöle“, heißt es in der Mitteilung.

Den Tätern auf die Schliche zu kommen, ist mitunter sehr aufwändig, berichtet der Kreis: „Häufig mangelt es an Zeugen, um die Verursacher ausfindig zu machen und diese zur Kostenerstattung heranziehen zu können“, berichtet Andreas Schneider, Sachgebietsleiter im Fachbereich Natur und Umwelt.

Kosten bleiben am Steuerzahler hängen

Besonders ärgerlich ist, dass die Allgemeinheit am Ende für die Kosten und Schäden aufkommt: „Das Entsorgen kostet viel Einsatz und Geld“, betont Andreas Schneider. „Und am Ende müssen alle Bürger die Zeche zahlen, weil diese Ausgaben in die Kalkulation der jeweiligen kommunalen Abfallgebühren einfließen.“

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