Willkommenshaus Alstedde: Budget wird knapp

Neben der Flüchtlingsunterkunft

Ein neuer Name, ein neuer Entwurf: Rein planerisch ist die Grundlage für das Holzhaus neben der Flüchtlingsunterkunft Alstedder Straße in Lünen gelegt. Ob es auch so gebaut werden kann, steht indes nicht fest: Reicht das Budget für das geplante Gemeinschaftshaus?

ALSTEDDE

, 19.02.2017, 05:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erste Vorstellungen des Holzbau-Experten und Ideengebers Herbert Fehrensen, wie das angedachte Quartierszentrum in Alstedde aussehen könnte, sind inzwischen vom Architekturbüro Schreiter weiterentwickelt worden. Der aktuelle Entwurf „berücksichtigt alle Bauvorschriften und Ansprüche an eine öffentliche Nutzung des Gebäudes“, so Astrid Linn, Fachreferentin für Stadtentwicklung im Rathaus. Eine barrierefreie Bauweise sei besonders berücksichtigt worden, einschließlich Behinderten-Toilette.

„So hätten wir es gerne“, sagte Linn vergangene Woche, als sie den Ausschuss für Stadtentwicklung informierte. Herbert Fehrensen sei ein sehr engagierter Mensch, „aber er versteht jetzt, dass wir nicht einfach in den Baumarkt laufen und Holz kaufen können“, erläuterte Linn. Der Weg über einen ehrenamtlichen Architekten sei gescheitert: „Da hängt eine Verantwortung dahinter, da muss man einen Professionellen haben“, so Linn auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Das Lüner Büro Schreiter sei im Rahmen eines Vergabeverfahrens beauftragt worden, erhalte das entsprechende Honorar und solle aus dem Gesamt-Budget von 150.000 Euro bezahlt werden.

Am Dienstag fand ein Gespräch zwischen Astrid Linn und Herbert Fehrensen statt. Der in der Flüchtlingshilfe engagierte Lüner sagte anschließend: „Wir haben uns verständigt, wer welche Arbeiten macht, ich werde den konstruktiven Holzbauanteil übernehmen.“ Fehrensen sieht immer noch die Chance, Flüchtlinge als Helfer in das Projekt einzubinden: „Meine Grundsatzidee war ja, möglichst schnell Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Die Stadt hat da jetzt ein bisschen mehr draus gemacht. Ich hatte keine Vorstellung, wie lange das dauert.“

Laut Astrid Linn bestehe die Herausforderung nunmehr darin, mit dem Budget auszukommen und zum Beispiel einen ehrenamtlichen Bauleiter zu finden. Fehrensen befürchtet, dass es teurer wird. „Die Stadt muss jetzt die Kosten analysieren.“ Eventuell wolle man auch versuchen, Sponsoren zu gewinnen.

Mit „Willkommenshaus“ habe man das Gebäude inzwischen betitelt, so Linn. Es soll von Flüchtlingen genutzt werden, aber auch ein Begegnungszentrum für die Menschen in Alstedde werden.

Stadt hat 15.000 Euro Eigenanteil
Der Gesamtetat für das Holzhaus teilt sich auf in 135.000 Euro Landeszuschuss und 15.000 Euro Eigenanteil der Stadt.
Bis Ende 2017 können die Landesgelder abgerufen werden, so Astrid Linn.
Um das Geld der Stadt auszugeben zu können, braucht es nach Angaben der Pressestelle der Stadt zunächst einen genehmigten Haushalt 2017.
Am 2. März will der Rat den Haushalt beschließen, anschließend entscheidet die Kommunalaufsicht beim Kreis Unna über die Genehmigung.

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