Wird ein Freibad in Lünen überdacht?

Cappenberger See

Schwimmzeiten sind knapp in Lünen, vor allem im Winter. Deshalb sollte die Verwaltung überprüfen, wie das Freibad Cappenberger See möglicherweise überdacht werden kann. Jetzt gab es im Ausschuss einen ersten Zwischenbericht.

LÜNEN

, 07.04.2017, 05:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wird ein Freibad in Lünen überdacht?

Ein Blick in die Traglufthalle des Freibades Wiesental in Bochum. Die GFL verweist auf die Lösung dort, wenn es um eine mögliche Überdachung für das Freibad Cappenberger See geht.

Das Ergebnis des Zwischenberichts lautet: Eine Überdachung wäre zu teuer. Das geht aus den Unterlagen hervor, die Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß den Ausschussmitgliedern vorstellte. Darin hat die Bädergesellschaft, Betreiberin des Freibads und des Lippe Bads, eine Kostenschätzung abgegeben.

Ergebnis: Die Investitionskosten für eine Traglufthalle am Freibad Cappenberger See beliefen sich auf 1.630.000 Euro – Plus/Minus 40 Prozent. Dazu kommen Betriebskosten von knapp über 1 Million Euro. „Wir sind noch im Bereich der Schätzung, es hat noch keine vertiefte Berechnung gegeben“, erklärte Müller-Baß.

Schulen und Vereine wollen Traglufthalle

Eine Umfrage an Schulen und bei Vereinen hätte zudem ergeben, dass eine solche Traglufthalle auch deren Wunsch sei. Schulen könnten dort Schwimmunterricht geben – oder von den frei werdenden Zeiten im Lippe Bad profitieren, wenn Vereine oder Kurse verstärkt aufs dann überdachte Freibad ausweichen.

Nur: Am Ende sei es eine Frage der Finanzierung. Und mit Bundes- oder Landesmitteln sehe es bei diesem Projekt eher schwierig aus. Er wies daraufhin, dass es sich erst einmal nur um einen Prüfbericht handele und das Projekt möglicherweise an eine andere Träger-Gesellschaft abgegeben werden könnte. All das müsse noch überprüft werden.

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Christian Zapp, Vorsitzender des Stadtsportverbands, meldete sich ebenfalls zu Wort. Er kritisierte die Vorlage, in der davon die Rede war, bei Auslastung des Lippe Bads eine interkommunale Zusammenarbeit anzustreben. Das klappe vor allem mit älteren Menschen nicht, außerdem gebe es in den Bädern in Waltrop, Selm oder Werne auch keine freien Kapazitäten, erklärte er.

Er regte auch an, den Prüfbericht „mit externer Hilfe zu vertiefen“. Architekten könnten heutzutage die Kosten für solche Projekte außerdem deutlich genauer schätzen.

Vorteil: Kapazitäten für Leistungssport

Ein Vorteil einer solchen Halle sei zudem, dass an der dortigen 50-Meter-Bahn Kapazitäten für den Leistungssport entstehen, die anderswo Räume für den Breitensport freisetzten.

Andreas Mildner (GFL) merkte zum Schluss an, diese Vorlage habe einen „Beigeschmack“, als wolle man eine Traglufthalle am Cappenberger See von vorneherein gar nicht. Die Verwaltung will die Prüfung weiter fortsetzen – in einer der kommenden Ratssitzungen wird das Thema überdies noch einmal auf der Tagesordnung stehen.

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