Marlies Niemann und Heiner Diebecker bieten im Bürgerkrug in Lünen Brambaur weiterhin einen Lieferservice an und planen eine Erweiterung ihres Biergartens. Die Verlängerung der Lockdowns ist für sie eine Ernüchterung, mit der sie aber schon gerechnet haben. © Michael Blandowski
Gastronomie

Wirte aus Lünen reagieren ernüchtert auf verlängerten Lockdown

Für Montag (22.3.) sah der Plan des Landes NRW eine Öffnung der Außengastronomie vor. Mit neuer Lockdown-Verlängerung ist dieses Vorhaben geplatzt - für Lüner Gastronomen keine Überraschung.

Der nächste Schritt im Eröffnungsplan des Landes NRW für Montag (22.3.) scheitert an den steigenden Inzidenzen und der dritten Welle. Statt der Öffnung der Außengastronomie ist eine Verlängerung des bundesweiten Lockdowns entschieden, der nun bis zum 18. April gehen soll – mit verschärftem Fokus auf die Osterfeiertage.

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Für Lüner Gastronomen ist das keine Überraschung. „Wir hatten uns nicht auf die mögliche Öffnung am 22. März vorbereitet, weil man sich schon denken konnte, dass das nichts wird“, sagt Manuel Kraas vom Westermanns Lünen. Sicher hätte man gern aufgemacht, wenn es denn gegangen wäre, aber die Euphorie, dass ein Ende in Sicht ist, sei bereits verflogen.

Man merkt einfach, dass die Luft raus ist

„Wir haben die Zeit genutzt und umgebaut. Man merkt aber einfach, dass die Luft langsam raus ist.“ Zwar werde noch immer im Takeaway Essen bestellt, aber zurzeit sei das im Standort Lünen eher dünn besiedelt. Der Dortmunder Standort spiele eine größere Rolle, so Kraas. Dennoch sei das Geschäft im Lockdown von jeher nur Schadensbegrenzung und man könne nur das Beste tun, um den Schaden klein zu halten.

Für Kraas sind die Entscheidungen der Regierung ernüchternd – „man hat das Gefühl, dass sich die Politik im Lockdown gemütlich gemacht hat. Es wird nichts richtig zu Ende gebracht oder konsequent durchgezogen.“

Eine Ernüchterung, die auch Marlies Niemann teilt. Sie und ihr Bruder Heiner Diebecker betreiben den Bürgerkrug in Lünen. „Persönlich habe ich schon damit gerechnet, dass daraus nichts wird. Aufgrund der Werte gehe ich eher davon aus, dass man im Mai wieder öffnen darf und dann auch nur draußen mit Abstandsregel“, sagt Niemann. Schlimm sei das für die Gastronomie in jedem Fall, schlimmer aber für alle, die ihre Lokale pachten und nicht Eigentümer sind.

Gastronomie lebt auch von Feierlichkeiten

Der Bürgerkrug lebt derzeit auch vom Außer-Haus-Verkauf. „Wir haben liebe und treue Gäste, aber das, was uns durch die Schließung fehlt, holt man so auch nicht mehr auf.“ Die Gastronomie lebe eben auch sehr von Feierlichkeiten wie Geburtstagen – die wohl in dieser Form erst einmal nicht stattfinden können.

„Wir hoffen aber, dass man spätestens im Mai dann auch draußen mit Abstand wieder etwas machen darf“, sagt Niemann. „Das ließe sich in Etappen von etwa anderthalb bis zwei Stunden sicher gut regeln.“ Das Geschwisterduo plant für die Saison, den Biergarten zu erweitern – um trotz Abstandsregelung noch mehr Platz für Gäste zu schaffen. „Durch die Erweiterung kämen wir auf 40 Personen trotz Mindestabstand.“

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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