Wo gibt es Ostergeschenke zu kaufen - und wie viele sind sinnvoll?

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Ostergeschenke im stationären Handeln kaufen? In diesem Jahr fast unmöglich. Fast. Lüner Geschäfte schaffen Abhilfe. Doch was ist überhaupt das richtige Maß an Geschenken für Kinder?

Lünen

, 10.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ostersonntag steht vor der Tür. Und damit begeben sich bald nicht nur viele Kinder auf Eiersuche, in vielen Haushalten werden mit Sicherheit auch wieder viele Geschenke verteilt. Doch wo gab es oder gibt es auf den letzten Drücker überhaupt noch Geschenke zu kaufen? Jetzt, wo doch die meisten Geschäfte geschlossen haben?

In dem Lüner Spielwarengeschäft Blomenkemper an der Münsterstraße gibt es einen Lieferservice. Den gab es auch schon vor der Schließung des Ladens durch die Corona-Krise. Zuletzt wird dieser Service aber sehr stark genutzt, sagt Verkäuferin Karin Faust. „Wir können die Kinder doch gerade zu Ostern nicht enttäuschen. Deshalb liefern wir die Spielsachen weiter aus - auch über die Stadtgrenzen hinaus“, sagt Faust.

Ist Ostern kommerzieller geworden, Frau Faust?

Was gerade in diesem Jahr ein Verkaufsschlager sei, könne sie gar nicht so genau benennen. „Es ist wirklich querbeet, was die Menschen bestellen. Sachen für den Sandkasten, Springseile, Lego, Playmobil - da ist alles dabei“, sagt Faust.

Generell sei es laut Faust so, dass das Osterfest in den vergangenen Jahren sehr kommerziell geworden ist. „Ja, das denke ich schon“, sagt sie auf Nachfrage, „ich kenne das Osterfest noch so, dass es nur Ostereier und Schoko-Hasen gab. Das hat sich innerhalb der letzten Jahre und Jahrzehnte schon gewandelt.“

Spielwaren-Abteilung bei Müller geschlossen, aber...

Die Spielwaren-Abteilung im Drogeriegeschäft Müller an der Langen Straße ist wegen der Corona-Krise derzeit abgeriegelt. Das Geschäft an sich hat aber geöffnet. „Der Spielwaren-Bereich ist für die Kunden gesperrt. Wir dürfen aber Artikel bei einer Anfrage aus der Abteilung holen und sie verkaufen“, sagt eine Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Einen Lieferservice gibt es darüber hinaus bei Müller ebenfalls schon seit einigen Jahren. „Die Kunden können sich online Artikel bestellen und diese werden dann in ihre Wunschfiliale geliefert“, sagt sie.

Das geht nicht nur mit Spielwaren - auch Toilettenpapier, Tierfutter oder andere Dinge kann man sich so bestellen. Was Online-Oster-Bestellungen angeht, seien in diesem Jahr Videospiele für Konsolen sehr beliebt, so die Müller-Mitarbeiterin.

Geschenke zu Ostern? Martina Rupprecht: „Geschmackssache“

Ist es also tatsächlich so, dass Ostern im Laufe der Jahre immer kommerzieller geworden ist, quasi zu einem Weihnachten 2.0? Diese Frage hat die Redaktion der Psychologin Martina Rupprecht gestellt, die bei der Caritas Lünen in der Elternberatungsstelle tätig ist. „Es ist tatsächlich so, dass zu vielen Gelegenheiten inzwischen große Geschenke gemacht werden - auch zu Ostern. Das ist letztendlich Geschmackssache. Wie sinnvoll das im Einzelfall ist, kann aber nicht pauschal beantwortet werden“, sagt sie.

Martina Rupprecht sagt: Zu Ostern gibt es seit einigen Jahren in vielen Familien viele Geschenke.

Martina Rupprecht sagt: Zu Ostern gibt es seit einigen Jahren in vielen Familien viele Geschenke. © Victoria Maiwald (A)

Worauf Eltern bei der Geschenke-Auswahl auf jeden Fall achten sollten, sei, dass die Geschenke dem Alter des Kindes angepasst sind. „Ein 13-Jähriger kann Geschenke ganz anders einordnen als ein Dreijähriger. Auch dafür gibt es keine Regel. Aber man tut einem Kleinkind sicherlich keinen Gefallen damit, es mit Geschenken zu überhäufen“, so Rupprecht.

„Es macht langfristig nichts, weniger zu haben“

Und wenn es keine Geschenke für manche Kinder gibt? „Das kommt ja auch vor“, sagt Rupprecht. Wenn Kinder dann traurig sein sollten, können Eltern ihre Haltung den Kindern erklären. Rupprecht: „Da sind Eltern in der Regel nicht sprachlos. Wenn Eltern zum Beispiel wenig Geld haben, dann ist das eine Sache, die sie dem Kind ja auch mitteilen können. Das ist vielleicht in dem Moment blöd, aber langfristig macht es nichts, weniger zu haben, als andere.“ Wenn die Beziehung zwischen Eltern und Kindern stimme, man zusammen viel unternehmen, seien Geschenke nicht so wichtig, so Rupprecht.

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