Woher kommt der Gestank im Lüner Norden?

Erste Antworten

Nachdem die unangenehmen Gerüche vor allem im Lüner Norden zu Beginn des Jahres viele Anwohner gestört hatten, wollten die Grünen Aufklärung. Woher kommt der Geruch? Sie wandten sich mit einem Brief an die Bezirksregierung Arnsberg. Diese hat jetzt erst Untersuchungen durchgeführt und liefert erste Antworten.

LÜNEN

, 12.02.2016, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Woher kommt der Gestank im Lüner Norden?

Immer wieder, so die Grünen, wird das Lippewerk von Remondis als Verursacher der Gerüche ausgemacht. Doch ist das wirklich der Hintergrund?

Die Bezirksregierung hat eigene Untersuchungen durchgeführt, wie Pressesprecher Christian Chmel-Menges auf Anfrage erklärte. Das Ergebnis: Die Gerüche seien offenbar „im Zusammenhang mit der Aufbringung von Gülle und Kompost auf landwirtschaftliche Flächen“ zurückzuführen. Genau das hatte auch der Kreis Unna einer Lünerin erklärt, die den unangenehmen Geruch im Bereich Geistviertel festgestellt hatte.

Wind verteilt Geruch

Wegen der wechselnden Windrichtungen habe es in vielen Bereichen der Stadt diese Geruchsbelästigungen gegeben. Die geltenden Vorschriften zur Aufbringung von Gülle und Kompost seien dabei eingehalten worden. Immer wieder, schreiben die Grünen in einer Mitteilung, sei auch das Lippewerk von Remondis als Verursacher der Gerüche vermutet worden.

Die Bezirksregierung betont, dass das Lippewerk von der Behörde sowieso überwacht werde: „Die seitens der Bezirksregierung durchgeführten Überprüfungen haben keine Beanstandungen ergeben“, sagt Chmel-Menges. „Vorbeugend“ sei jetzt allerdings veranlasst worden, „in diesem Jahr Geruchsüberprüfungen im Umfeld des Lippewerkes durch den hiesigen Ermittlungsdienst durchzuführen“.

Ohne Ankündigung

Den Grünen reicht das nicht: Sie hätten Hinweise, dass Unternehmen sich auf Kontroll-Besuche der Bezirksregierung einstellten, schreiben sie. Also: Kontrollen ja, aber bitte unangekündigt. Wie genau die Kontrollen ablaufen, will Chmel-Menges nicht sagen. „Es ist durchaus möglich, dass das auch unangekündigt stattfindet“, sagt er.

Die Grünen wollen außerdem, dass die Behörde überprüft, ob der Einsatz von „Stinke-Kompost“ nicht verboten werden kann, „ganz besonders in Städten, die erwiesenermaßen bereits unter starken Geruchsbelästigungen aus Industrieanlagen leiden“. 

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