Wohnen auf Lünens ältestem Zechengelände: 79 neue Wohnungen entstehen

rnWohnen in Lünen

Wohnen, wo einst die Kumpels malochten. Das wird auf dem Gelände der Zeche Preußen möglich. Wann die Mehrfamilienhäuser fertig werden und wie hoch die Miete werden könnte, lesen Sie hier.

Horstmar

, 23.07.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Maschinen rollen über das ehemalige Zechen-Grundstück an der Preußenstraße. Die Bauarbeiter sind dabei, die Erschließungsstraße zu bauen: die Voraussetzung dafür, dass aus der fast 150 Jahre alten Industriefläche aus den Anfängen des Bergbaus in Lünen ein modernes Wohnquartier des 21. Jahrhunderts werden kann.

Wo die erste Zeche von Lünen stand

1873 hatte mit der Zeche Preußen der Abbau von Steinkohle in Lünen begonnen: ein Wendepunkt für die Entwicklung von der alten Ackerbürgerstadt zum Industriestandort. Die ersten abgeteuften Schächte waren in Gahmen und in Horstmar. Während andere Bergwerke folgten, war an der Preußenstraße 1929 Schluss. Von Lünens erster Zeche sind nur das ehemalige Verwaltungsgebäude mit Teilen der Zechenmauer übrig geblieben, und der Straßenname. Jetzt kommt ein Wohnquartier mit 79 barrierefreien Wohnungen dazu.

So verteilen sich die geplanten Häuser auf dem Grundstück.

So verteilen sich die geplanten Häuser auf dem Grundstück. © Bauverein zu Lünen

Die Fassade des Verwaltungsbaus aus Backsteinen bleibt erhalten, wie der Geschäftsführer des Bauvereins zu Lünen, Andreas Zaremba, sagt. Der Rest des leerstehenden Gebäudes sei nicht mehr zu retten. Die Fassade werde Teil eines runden Wohn- und Geschäftshauses, das Platz bieten wird für eine Wohngemeinschaft für betreutes Wohnen. Über die gewerbliche Nutzung - laufen zurzeit noch Gespräche.

Im ersten Quartal 2023 soll alles stehen

Ende Februar 2019 hatte der Bauverein seine Pläne für das Gelände öffentlich gemacht. 23 Millionen Euro will das Wohnungsbauunternehmen investieren, das 1909 entstand - mehr als 30 Jahre, nachdem auf Preußen die erste Kohle gefördert worden war.

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Der Blick von Andreas Zaremba richtet sich nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft: ins erste Quartal 2023. Dann soll auch Haus sechs, das letzte der insgesamt sieben Neubauten, fertig sein. Der Zeitplan ist genau getaktet. „Jetzt haben wir mit der Erschließungsstraße begonnen im ersten Bauabschnitt“, sagt Zaremba. Er rechnet mit einer zügigen Fertigstellung. „Das geht ruckzuck.“ Sobald die Bauarbeiter über die neue Straße weiteres Material auf das Grundstück bringen können, geht es los.

Erste Wohnungen sind Mitte 2021 bezugsfertig

Dann werden die Häuser zwei und vier gebaut, die Mitte 2021 fertig sein sollen. Die weiteren Häuser - alle jeweils mit zehn Wohnungen - folgen nach und nach. Die Bauarbeiten für Haus sechs, dem letzten Objekt, starten im ersten Quartal 2022.

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Viele Menschen verfolgen schon jetzt jede Veränderung auf dem Gelände. Sie interessieren sich besonders für das Bauprojekt der Zukunft. Sie haben sich bereits Wohnungen reservieren lassen. „Wirklich erstaunlich“ sei es, wie viele Anfragen es bereits gegeben habe, sagt Zaremba. Ein derart großes Interesse in einer so frühen Phase des Projekts sei ungewöhnlich.

Sozialer Wohnungsbau in zwei der sieben Häuser

In zwei der sieben Häuser soll es öffentlich geförderten Wohnraum geben mit Mietpreisbindung. „Sie werden die gleiche Ausstattung haben wie die übrigen Wohnungen“, sagt Zaremba. Neun bis zehn Einheiten werden als Eigentumswohnungen angeboten. Und der Rest wird für eine Miete angeboten, die höher ausfallen wird als zunächst vom Wohnungsbauverein geplant. „Wir werden nicht unter 9 Euro bleiben können“, sagt Zaremba. Schuld sei die „Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt“. Die genaue Kalkulation stehe noch aus. Er rechnet aber mit „neun bis zehn Euro“ pro Quadratmeter.

Neun bis zehn Euro pro Quadratmeter

Neun Euro ist laut des Lüner Mietspiegel der mittlere Wert für Wohnungen, die ab 2013 fertiggestellt wurden: eine Angabe die seit wenigen Wochen als überholt gelten darf. Zum 1. Juli 2020 hatte der drei Jahre zuvor erstellte Mietspiegel seine Gültigkeit verloren. Einen neuen gibt es noch nicht.

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