Wohnen im Norden ist attraktiv: Kritik gibt es an zu wenig Bauflächen und hohen Preisen

Stadtteilwerkstatt

Im Lüner Norden kann man gut wohnen. Und doch gibt es Kritik. Die entzündet sich an hohen Kosten und zu wenig Bauflächen. Aber auch die Nahversorgung stimmt nicht überall.

Lünen

, 24.09.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wohnen im Norden ist attraktiv: Kritik gibt es an zu wenig Bauflächen und hohen Preisen

Reger Diskussionsbedarf herrschte bei den Teilnehmern der Stadtteilwerkstatt zum Masterplan Wohnen für die Stadtteile im Lüner Norden. © Blandowski

Mit Lob und Tadel äußerten sich die Bürger bei der dritten Auflage der Stadtteilwerkstatt zum Masterplan Wohnen am Samstag in der Cafeteria der Realschule Altlünen. Diesmal ging es um den Lüner Norden.

„Wir nehmen den Masterplan Wohnen als Grundlage und versuchen Wohnformen zu vermischen, architektonisch vernünftig und mit Einbeziehung der Bürger“, erläuterte Thomas Berger, Leiter der Abteilung Stadtplanung.

Aufgeteilt nach Stadtteilen, kamen die Bürger an den drei Diskussionstischen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für das Geistviertel gab es Lob. Positiv bewertet wurden bezahlbarer Wohnraum und die Modernisierung von Bestandsgebäuden. Teilweise sind diese fertig, teilweise werden die Häuser mit Unterstützung der jeweiligen Wohnungsbaugesellschaften noch saniert. Das werte den Stadtteil auf.

Kritische Anmerkungen gab es für Lünen Nord und Wethmar. Zwar sei das Wohnen im Norden durchaus attraktiv, doch gerade für Wethmar-Ost wurde eine Kindertageseinrichtung und eine objektive Bedarfsermittlung für Planung und Entwicklung gefordert.

Wünsche für Wethmar

„Derzeit besteht ein hoher Kostenfaktor für den Grunderwerb nach dem derzeitigen Flächennutzungsplan der Stadt Lünen. Auch für den sozialen Wohnungsbau. Deshalb wünsche ich mir ein überarbeitetes Nahversorgungs-, Schul- und Verkehrskonzept für unseren Stadtteil Wethmar und darüber hinaus, damit es zu Kostensenkungen kommt“, erklärte Dieter Kohlborn.

Der Bewohner der Dorfstraße 103a erntete Zustimmung weiterer Diskussionsteilnehmer. Mit einer guten Nahversorgung sowie der Aufwertung des Heideblümchenpark sei der Stadtteil Alstedde durchaus positiv aufgestellt. Doch es gebe auch Nachholbedarf, beispielsweise bei einer besseren Anbindung von Bus und Bahn oder Gastronomie. Auch der Wunsch nach einer Tauschbörse für Wohnungen wurde genannt.

Zu wenig Flächen für Wohnungen

Die Parkplatzprobleme in der Laakstraße, die ausbleibende Sanierung der Steinstraße, der Wunsch nach einer besseren Taktung der Lüner Verkehrsbusse sowie das schwelende Problem der Oberflächenwasserversickerung sprachen Bürger aus Nordlünen an. Kritisiert wurde das geringe Angebot an Flächen für Wohnraum.

„Die Wechselbeziehung zwischen uns als Stadt und den Bürgern ist enorm wichtig. Die aufgezeigten Probleme und Forderungen werden wir in unserer Arbeit einfließen lassen“, versprach Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen. Die Rückfrage, ob im nächsten Jahr das Projekt der Stadtteilwerkstatt wiederholt werde, ließ Reeker offen, zeigte sich aber durchaus aufgeschlossen.

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