Wohnungen von Rechtsextremen in Lünen durchsucht

Teil der Großrazzia

Bei der landesweiten Großrazzia gegen rechtsextreme Gruppen sind auch fünf Wohnungen in Lünen durchsucht worden. Zwei davon gehörten Mitgliedern des "Nationalen Widerstands Dortmund". Ein spektakulärer Fund wie in Dortmund blieb in Lünen aus.

LÜNEN

von Von Daniel Sczekalla

, 23.08.2012, 10:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wohnungen von Rechtsextremen in Lünen durchsucht

Bei den drei anderen soll es sich bei den Bewohnern um Mitglieder der "Kameradschaft Hamm" handeln. Spektakuläre Funde wie in Dortmund, wo die Beamten Sturmhauben zur Vermummung, Schlagstöcke und sogar Schusswaffen fanden, blieben in Lünen allerdings aus.

Dennoch wird die Aktion in Lünen begrüßt. Mit Freude habe Rainer Schmeltzer (SPD) vom Lüner "Bündnis gegen Rechtsextremismus" zur Kenntnis genommen, dass die Aktion auch rund um Dortmund stattfand. "Es zeigt, dass wir auch hier in Lünen Keimzellen haben", sagte er gestern. Die Aktion sei ein wichtiger Schritt gewesen. Wie ausgeprägt der Rechtsextremismus in Lünen sei, könne er zwar nicht in zahlen sagen, wohl aber, dass es genug für Keimzellen seien, die wiederum als Multiplikatoren dienen.

  Das "Bündnis gegen Rechtsextremismus" ist im Augenblick dabei, einen festen Teilnehmerkreis zu organisieren, der zum einen für Kinder und Jugendliche, aber auch für Senioren Aufklärungsarbeit in Sachen Rechtsextremismus leisten soll. Zum Hintergrund der Großrazzia: Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat am Donnerstag drei rechtsextremistische Kameradschaften verboten.Hunderte Polizisten waren am frühen Donnerstagmorgen zu einem Großeinsatz gegen die Neonazis ausgerückt und durchsuchten Räume im Ruhrgebiet und im Raum Aachen. So auch das "Nazi-Haus" an der Rheinischen Straße in Dortmund. Jägers Verbot richtet sich gegen die "Kameradschaft Aachener Land", den "Nationalen Widerstand Dortmund" und die "Kameradschaft Hamm".

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