In der Übernachtungsstelle können bis zu 20 Wohnungslose die Nacht im Warmen verbringen. © Tawadrous
Winterbeginn

Wohnungslose in Lünen: Anlaufstellen für Winter gewappnet, 3G problematisch

Die kalten Wintermonate sind für Wohnungslose immer eine besondere Herausforderung. 2021 ist in Lünen zwar einiges leichter als im Vorjahr, mit 3G-Regeln könnte es aber Schwierigkeiten geben.

Am vergangenen Wochenende gab es an verschiedenen Orten – unter anderem in Dortmund – Aktionen, um auf die Situation der Wohnungslosen vor Beginn der kalten Jahreszeit aufmerksam zu machen. Gerade der vergangene Winter brachte teilweise deutliche Minustemperaturen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Anlaufstellen in Lünen gut vorbereitet sind.

„Unser Hauptangebot ist erneut der Tagesaufenthalt an der Pfarrer-Bremer-Straße, den wir seit Januar betreiben. Dieser ist täglich geöffnet und wird im Winter sicher mehr genutzt werden“, erklärt Alexander Lenz, Einrichtungsleiter Wohnungslosenhilfe bei der Diakonie. Anders als im Vorjahr ermöglichen es die Corona-Bestimmungen diesmal, dass die Gäste warme Speisen auch in der Einrichtung einnehmen können. Zehn Leute dürfen sich gleichzeitig im Speisesaal aufhalten. Der Tagesaufenthalt ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Geld für Schnelltests fehlt

Nachts (18 bis 8 Uhr) können die Wohnungslosen in der vom Verein „Dach über dem Kopf“ betreuten Schlafstelle in Gahmen unterkommen. „Wir haben eine Kapazität von 20 Plätzen und sind gut vorbereitet“, ist Ulrich Klink, Vorsitzender von „Dach über dem Kopf“, sicher. Üblicherweise seien 12 bis 14 Plätze belegt. Gerade überlege man, ob man die Übergangszeiten zwischen der Schließung der einen und der Öffnung der anderen Stelle sogar noch verringern könne. „Das ist aber auch eine Frage der Personalsituation und könnte von politischen Entscheidungen abhängen“, so Klink.

Ulrich Klink ist Vorsitzender des Vereins
Ulrich Klink ist Vorsitzender des Vereins „Dach über dem Kopf“. © Beate Rottgardt (A) © Beate Rottgardt (A)

Schwierigkeiten sieht der Einrichtungsleiter für noch nicht geimpfte Wohnungslose durch die vermehrte 3G-Regelung. „Es gibt kein durchgehend kostenloses Angebot und viele haben das Geld nicht, um einen Test zu bezahlen. Das ist ein Problem für unsere Klientel“, stellt Alexander Lenz fest.

Spenden und Kontakt

  • Abgegeben werden können Spenden vor Ort, Pfarrer-Bremer-Straße 4, oder in der Beratungsstelle der Diakonie, St. Georg-Kirchplatz 4a.
  • Rückfragen beantwortet Alexander Lenz von der Diakonie unter Tel. (02306) 2035020.

Die Wohnungslosen konnten sich zwar impfen lassen, dieses Angebot konnten und wollten aber nicht alle wahrnehmen. Durch den relativ großen Aufenthaltsraum im Tagesaufenthalt und die Einzelzimmerunterbringung in der Schlafstelle seien Hygieneauflagen ansonsten gut einzuhalten.

Neue Anzüge aus den Niederlanden helfen doppelt

„Zudem können wir Winternothilfe beantragen, insbesondere warme Kleidung, die wir an die Wohnungslosen verteilen. Das war gerade im letzten Winter wichtig“, erinnert sich Alexander Lenz. Zudem hat die Diakonie sogenannte „Shelter Suits“ aus den Niederlanden bestellt. Das sind Ganzkörperanzüge und Schlafsäcke in einem, die tagsüber und in der Nacht weiterhelfen.

So brauchen die Lüner Wohnungslosen keine Angst vor kalten Wintertagen haben. Stattdessen stünden in Gesprächen andere Sorgen im Mittelpunkt. „Wie komme ich mit meinem Geld durch den Monat, wann kann ich eine neue Wohnung finden“, nennt Ulrich Klink zwei zentrale Punkte. „Alle suchen nach einem sicheren Platz, an dem sie sich einrichten können“, ergänzt Alexander Lenz.

Dennoch werben die Organisationen um Spenden. Kleidung und Nahrung könne die Wohnungslosenhilfe immer gut brauchen.

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Bastian Becker