Zoff bei Stahlbau-Firma Adam: Mitarbeiter streiken

Mehr Lohn gefordert

Einige Mitarbeiter der Martin Adam GmbH in der Bergstraße fordern höhere Löhne. Deshalb sind sie am Mittwoch (14. Juni) in einen Warnstreik getreten. Die IG Metall unterstützt die Beschäftigten des Stahlbau-Unternehmens bei ihren Forderungen. Die Firmenleitung kann den Streik allerdings nicht nachvollziehen.

LÜNEN

, 14.06.2017, 18:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zoff bei Stahlbau-Firma Adam: Mitarbeiter streiken

Die Mitarbeiter der Martin Adam GmbH im Warnstreik - unterstützt von Kollegen anderer Firmen und hauptamtlichen Gewerkschaftern. Ihre Kundgebung halten sie auf der Bergstraße, vor dem Gelände der Firma Adam, ab.

Die Streikenden fordern einen Entgelttarifvertrag mit einer Erhöhung um 5,5 Prozent: Ein Teil der Beschäftigten der Martin Adam GmbH in der Bergstraße trat am Mittwoch (14. Juni) in den Warnstreik, unterstützt von Kollegen anderer Firmen und Hauptamtlichen der IG Metall.

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Fronten sind verhärtet

Die Fronten zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Geschäftsführerin Melanie Adam haben sich eher noch verhärtet. „Frau Adam hat damit gedroht, Streikende auszusperren“, sagte Ulrike Kletezka, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Dortmund. Für Donnerstag und Freitag würden die Betroffenen dann keinen Lohn erhalten. Sollte es dazu kommen, werde man klagen, kündigte Kletezka an. Melanie Adam bestätigte die geplante Aussperrung auf Anfrage unserer Redaktion.

„Einen Warnstreik kann man vermeiden, indem man sich an einen Tisch setzt und eine vernünftige Regelung findet, sagte Kletezka zur Forderung nach einem Entgeltvertrag. „Man kann den Betrieb nicht mehr nach Nase führen, wie es früher mal war. Damit tut sie sich sehr schwer“, erklärte Betriebsratsvorsitzender Maik Fehring an die Adresse der Geschäftsführerin.

Geschäftsführerin kann Streik nicht verstehen

„Eigentlich unmöglich“ finde sie den Warnstreik, sagte Melanie Adam, „die meisten Mitarbeiter wissen, was sie an uns haben“. Sie sieht das durch die langjährige Betriebszugehörigkeit vieler Beschäftigter belegt. „Wie begehrt unsere Arbeitsplätze sind, zeigt auch der große Zulauf von Bewerbungen auf unsere Stellen.“ In der Produktion herrsche nur deshalb schlechte Stimmung, weil der Unmut gegen den 2015 gewählten Betriebsrat wachse.

IG Metall und Betriebsrat teilten mit, dass die Firma inzwischen rückwirkend zum 1. April 2,2 Prozent mehr Gehalt zahle. Die Tarifbeschäftigten hätten nur 2 Prozent bekommen, hob Melanie Adam hervor. Laut IG Metall gab es aber 2016 keine Lohnerhöhung bei Adam.

Der Tarifvertrag
Der Tarifvertrag für Metall- und Elektro brachte 2,8 Prozent Gehaltsplus seit 1. Juli 2016 und 2 Prozent seit 1. April 2017.
Zur Internetseite der Firma Adam geht es .

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