Zu wenig Regen bereitet Lüner Landwirten Probleme

Boden zu trocken

Wochenlang schon knallt die Sonne vom Himmel. Was für die einen Menschen eine wahre Freude ist, wird für die Landwirte langsam zum echten Problem. Denn die lange Trockenheit bereitet ihnen bei der Ernte und neuen Aussaat Schwierigkeiten.

LÜNEN

, 26.09.2016 / Lesedauer: 3 min
Zu wenig Regen bereitet Lüner Landwirten Probleme

Viel Staub wirbeln die Landwirte momentan auf. Der trockene Boden verursacht Probleme bei der Ernte.

Das sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD):

Der DWD registriert in den letzten Wochen „teils ungewöhnlich hohe Temperaturen mit reichlich Sonnenschein“. Die „Trockenstresssituation“, so der DWD, hat „zu ungleichmäßigem Auflaufen bereits ausgebrachter Wintersaaten, zu Problemen bei der Kartoffelrodung (...) sowie zur beschleunigten Trockenmassezunahme beim Mais“ geführt.

Das sagt Carl Schulze-Gahmen, Vorsitzender des Ortsverbandes der Landwirte:

„Es sieht nicht gut aus, das muss man ehrlich sagen.“ Sein Raps braucht unbedingt Wasser, die Zeit zum Säen der Gerste fängt an. „Das Korn braucht zum Keimen Feuchtigkeit, aber vor einer Woche gab es gerade mal zwei Millimeter Regen“, sagt er. „So langsam fängt es an, auf der Kippe zu stehen.“

Das sagt Friedhardt Freisendorf, Landwirt: 

Friedhardt Freisendorf hat gerade die Kartoffelernte beendet. Die hat mit 14 Tagen doppelt so lange gedauert wie sonst. Der Grund: Der so genannte Vollroder, der die Kartoffeln aus der Erde holt, kann diese nicht von hart gebackenen Erdklumpen unterscheiden. „Man muss die Kartoffeln dann mit der Hand aussortieren, ein Riesenaufwand“, sagt der Landwirt. Man habe sich beeilt mit der Ernte, bevor der Boden Risse bekommt und die Sonne direkt auf die Kartoffeln scheint. Dann fangen die nämlich an zu keimen. „Diese Schaukelei auf der Erntemaschine war für alle Helfer schon eine Quälerei bei der Hitze. Viele werden auch noch seekrank dabei“, erzählt Freisendorf.

Zusätzlich mache der Mais Probleme; die Restpflanzen seien so schnell vertrocknet, dass man mit dem Häckseln kaum noch nachkam. „Wer keinen rechtzeitigen Häckseltermin hatte, hat ein Problem bekommen. Die Silage ist dann zu trocken und gärt schlecht“, weiß er.

Das sagt der landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe: 

„Es ist tatsächlich eine ungewöhnliche Situation, zumal es ja sonst zu dieser Jahreszeit eher zu feucht ist. Die Böden sind extrem trocken, das bereitet vielen Landwirten im Kreis Probleme“, sagt Petra Drees-Hagen, Sprecherin des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe

Das sagt Vitus Schulze Wethmar, Landwirt:

Bio-Bauern haben momentan große Probleme mit den Zwischenfrüchten. Die werden als Biodünger nach der Ernte ausgesät, um Luftstickstoff zu binden. „Klee, Erbsen, Ackerbohnen, Wicken oder Lupinen“, zählt Vitus Schulze Wethmar auf. „All diese Pflanzen wachsen sehr schlecht, das macht uns Sorgen.“ Nach der großen Nässe im Juni sei der sehr trockene Spätsommer nicht schön. „Es ist schon ein verrücktes Jahr“, sagt der Landwirt. „Selbst mein Vater kann sich nicht an einen so trockenen Herbst erinnern.“ „Wir leben von und mit dem Wetter“, bleibt Vitus Schulze Wethmar optimistisch. „Aber so 50 Millimeter Regen würden jetzt mal ganz gut tun. Und zwar sanft und nicht innerhalb von zwei Stunden!“ 

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