Zwei Schwestern aus Lünen wollen dem Coronavirus trotzen und in der Krise aktiv werden

Coronavirus

Desiree und Miriam Khalfa haben plötzlich Zeit wegen des Kontaktverbots wegen des Coronavirus. Die wollen sie nutzen, um mit Erledigungen zu helfen. Aber auch, um die Älteren aufzurütteln.

Lünen

, 30.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Desiree Khalfa (27) möchte gemeinsam mit ihrer Schwester Miriam (22) in der Krise aktiv werden und Ältere zum Beispiel beim Einkauf unterstützen.

Desiree Khalfa (27) möchte gemeinsam mit ihrer Schwester Miriam (22) in der Krise aktiv werden und Ältere zum Beispiel beim Einkauf unterstützen. © Khalfa

Durch das Coronavirus und mit die wegen des Kontaktverbots wegfallenden Freizeitaktivitäten haben sie plötzlich ganz viel freie Zeit. Also beschlossen die beiden Schwestern Desiree (27) und Miriam Khalfa (22), die Zeit sinnvoll zu füllen. Als angehende Berufsschullehrerin für Deutsch und Sozialkunde hat Desiree Khalfa vor, ihre Unterrichtsinhalte nun digital zur Verfügung zu stellen. „Das was sowieso im Unterricht passiert, soll jetzt digital weiterlaufen“, erzählt die Referendarin. Die Schüler erarbeiten die Unterrichtsinhalte und und schicken sie an sie zurück. Nur die Korrekturen mache diese Art des Unterrichts etwas aufwändiger, als es der ist, der persönlich in der Schule stattfindet.

Neue Freiheit der flexiblen Zeiteinteilung

„Der digitale Unterricht bietet mir die Freiheit, mir die Zeit flexibel einzuteilen“, erzählt Desiree. „Das möchte ich dafür nutzen, einen Beitrag in dieser Krise zu leisten.“ Ihre Schwester Miriam sieht das ähnlich; sie macht zur Zeit ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Ihre freie Zeit, die ihr darüber hinaus bleibt, möchte auch sie möglichst dafür nutzen, um in der Corona-Krise anderen zu helfen.

In Lünen-Mitte zuhause, versorgen die beiden Schwestern bereits ihre Eltern und ihren Onkel mit Einkäufen. Doch dank ihrer sozialen Ader - Desiree arbeitete beispielsweise zuvor in einem Flüchtlingsheim - ist den Schwestern das nicht genug: Sie wollen für ältere Menschen einkaufen gehen, deren Hunde spazieren führen oder Medikamente besorgen. „Ich sehe immer noch viele ältere Menschen beim Einkaufen“, sagt Desiree Khalfa, „das finde ich fruchtbar. Die sollen lieber zuhause bleiben, um sich nicht zu gefährden.“

Situation ist belastend

Mit ihrem Angebot wollen die Schwestern in der Krise Gutes tun, sie wollen aber auch wachrütteln: „Einige scheinen sich immer noch nicht im Klaren darüber zu sein, wie schlimm die Lage ist“, sagt Desiree.

Aus dem Umfeld der 27-Jährigen ist bisher niemand durch den Coronavirus erkrankt oder in Quarantäne. Trotzdem empfindet sie die Situation allgemein als sehr belastend. „Das Home-Office zum Beispiel bereitet mir keine Probleme“, erzählt sie. Digitale Lerninhalte zu erstellen sei Teil ihrer Ausbildung. „Aber ich mache mir große Sorgen um die älteren Menschen und die mit Vorerkrankungen. Außerdem ist es beängstigend, so in seiner Freiheit eingeschränkt zu sein.“

Wer Kontakt zu Desiree und Miriam Khalfa aufnehmen möchte, kann sie per Email unter desireekhalfa@gmail.com kontaktieren. Die beiden Schwestern wollen vor allem in Lünen-Mitte aktiv werden, sind aber auch bereit, Menschen aus ganz Lünen zu helfen.

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