Zwei Tage neben der Leiche gelebt

Urteil nach Totschlag

Zwei Tage lebte er neben einer Leiche, dann legte er den toten Körper seines Mitbewohners vor die Mülltonnen des Horstmarer Mehrfamilienhauses und wartete auf die Polizei: Ein 46-jähriger Bauarbeiter ist am Donnerstag vom Landgericht Dortmund wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

LÜNEN

von Martin von Braunschweig

, 25.04.2013, 14:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hier wurde nachts die Leiche entdeckt: Die Polizei hat den Fundort mit Kreide markiert.

Hier wurde nachts die Leiche entdeckt: Die Polizei hat den Fundort mit Kreide markiert.

Die Bluttat ereignete sich in den Abendstunden des 2. November 2012. Der Angeklagte wollte seinen Mitbewohner um zehn Euro für den Wochenend-Einkauf bitten, wurde von diesem aber schroff abgewiesen. „Er hat nur gebrummt, ich soll mir endlich Arbeit suchen“, sagte der Pole vor Gericht. „Da bin ich wütend geworden und habe das Messer genommen.“ Bei der Obduktion der Leiche stellte der Rechtsmediziner später eine zwölf Zentimeter tiefe Stichverletzung im Hals fest. Darüber hinaus waren Kopf, Arme und Oberkörper des Opfers mit Schnitten übersät. „Ich weiß auch nicht, warum ich das gemacht habe“, stammelte der 46-Jährige. Der Mann war erst wenige Wochen vor der Tat aus Polen nach Lünen gekommen, um hier schwarz auf dem Bau zu arbeiten. Dieses Vorhaben war ihm jedoch nicht gelungen. Vor der Tat hatte der Pole selbst reichlich Alkohol getrunken. Sein Mitbewohner hat ihn dabei aber noch um Längen übertroffen. Im Blut der Leiche wurden später fast 5 Promille Alkohol festgestellt.

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