Zwist bei der GFL: Interne Querelen sorgten für Austritte noch vor der Wahl

rnBludau und Rosenkranz

Mitten im Wahlkampf haben zwei langjährige Mitglieder der GFL die Wählergemeinschaft und die Fraktion verlassen. Der Grund liegt auch in einer Mammut-Sitzung bei der Mitgliederversammlung.

Lünen

, 18.06.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans-Peter Bludau und Helmut Rosenkranz sind nicht mehr Mitglieder der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen und auch nicht mehr als Ratsherren für die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) aktiv. Das teilte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns am Donnerstagabend (18.6.) dem Haupt- und Finanzausschuss mit.

Die GFL-Fraktion schrumpft damit drei Monate vor den Wahlen und somit mitten im Wahlkampf auf noch acht Mitglieder und verliert langjährige Begleiter aus ihren Reihen. Hans-Peter Bludau war seit den Gründungsjahren mit dabei - sah jetzt aber keine Zukunft mehr für sich in der Wählergemeinschaft.

Die Gründe für die Austritte liegen offenbar in persönlichen Differenzen zwischen Bludau und Rosenkranz und dem Fraktionsvorsitzenden Johannes Hofnagel. „Hofnagel wollte für die anstehende Kommunalwahl meinen Wahlkreis übernehmen“, berichtete Bludau am Abend am Rande der Sitzung. Er habe bei der Mitgliederversammlung Anfang Juni gesagt: „Wenn ich nicht gewählt werde, stehe ich nicht mehr für die GFL zur Verfügung.“ Das, so Bludau, sei eine Erpressung gewesen. Auch auf der Liste habe er keinen Platz mehr erhalten. Die Sitzung habe am Ende rund zwölf Stunden gedauert, von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, es sei kontrovers diskutiert worden.

GFL soll jünger und weiblicher werden

Hofnagel ist am Ende gewählt worden, das sei „gelebte Demokratie“, wie der Fraktionsvorsitzende am Abend telefonisch auf Anfrage mitteilte. Die Entscheidung sei auch nicht knapp gewesen. 32 Mitglieder stimmten für Hofnagel, 12 für Bludau. Dass überhaupt Wahlbezirke neu vergeben worden seien, liege daran, dass sich die GFL verjüngen und verweiblichen wolle. „Diese demokratische Entscheidung jetzt mit Austritten und öffentlichen Vorwürfen zu quittieren, spricht für sich.“

Ob Hofnagel nicht mehr für die GFL weitergearbeitet hätte, hätte Bludau statt ihm den Vorzug bekommen? Das sagt Hofnagel dazu: „Die Mitgliederversammlung hatte zu entscheiden, ob Hans-Peter Bludau oder Johannes Hofnagel zum Team gehören soll. Dazu gab es eine klare Entscheidung.“ Gab es also persönliche Differenzen? „Natürlich darf es unterschiedliche Meinungen zu einem Sachverhalt geben. Aber der Teamgeist muss stimmen. Dazu gehört auch ein harmonisches Miteinander.“

Für die verbleibende Legislaturperiode haben Bludau und Rosenkranz die Fraktion der Bürger-Gemeinschaft-Lünen gegründet. Mit der GFL habe er abgeschlossen, sagt Bludau.

Schon 2013 war es zu internen Querelen bei der GFL gekommen, schon damals stand Johannes Hofnagel im Mittelpunkt. Hofnagels Führungsstil sei „eine starke Belastung für erfolgreiches politisches Arbeiten“, hatten damals unter anderem die damaligen Mitglieder Hans Laarmann und Günther Busch schriftlich mitgeteilt.

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