Eifersuchtsdrama endete für Coesfelder tödlich – Anklage wird vorbereitet

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Sie hatten sich in die gleiche Frau, eine Coesfelderin, verguckt: Ein 62-jähriger Marler und ein 31-jähriger Coesfelder sollen im Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung in Marl heftig aneinander geraten sein, nachdem eine Affäre des Älteren mit der Lebensgefährtin des Jüngeren aufgeflogen war.

Der „Gehörnte“ wollte den anderen wutentbrannt zur Rede stellen und war deshalb zu ihm nach Marl gefahren. Der zunächst verbale Streit der beiden Männer, die wie die Frau Mitarbeiter bei einem Fleisch verarbeitenden Betrieb in Coesfeld sind und aus Litauen stammen, soll im Zuge der Auseinandersetzung in Gewalt umgeschlagen sein.

Der 62-Jährige soll ein Messer gezückt und auf den Nebenbuhler eingestochen haben. Der Coesfelder starb noch in der Wohnung des Marlers an den Folgen der Stichverletzung. Das ergab die Obduktion.

„Beziehungsstreitigkeit“ wird als Motiv angenommen

Diesen Hintergrund der Bluttat hat die von der Polizei gebildete Mordkommission zwischenzeitlich ermittelt. Staatsanwältin Elisa Fährmann sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „Beziehungsstreitigkeit“, die der Tat als Motiv zugrunde liege. „In Kürze erheben wir Anklage gegen den Mann – wegen Totschlag“, erklärte sie auf Nachfrage. Eine Mordabsicht nehmen die Ermittler nicht an.

Der Mann, der nach der Tat festgenommen werden konnte, sitzt seither in Untersuchungshaft. Maximal darf er ein halbes Jahr lang festgehalten werden. Diese Frist läuft am 18. April ab. Sollte die Verhandlung bis dahin nicht beginnen können, müsste er auf freien Fuß gesetzt werden.

Eile ist geboten – Frist läuft am 18. April ab

Das ist insbesondere bei einem Verdächtigen mit ausländischem Pass heikel. Deshalb ist Eile geboten. „Das sollte klappen“, ist die Staatsanwältin, die die Klageschrift vorbereitet, aber optimistisch. Wenn das zuständige Landgericht die Anklage annimmt, wird der Fall vom Schwurgericht in Essen verhandelt.

Angeklagt werden soll nach Angaben von Fähnrich nur der 62-Jährige: „Wir gehen von einem Einzeltäter aus.“ Zwei weitere Männer und eine Frau, die am Tattag von der Polizei in der Wohnung angetroffen und zunächst ebenfalls festgenommen worden waren, konnten schon kurz darauf wieder freigelassen werden.