In Enschede starben in der Nacht zu Sonntag zwei Menschen bei einem Unfall. © Martin Borck
Kriminalität im Achterhoek

Explosives Pulver auf einer Weide im Achterhoek gefunden

Pakete mit einem instabilen, explosiven Pulver wurden am Samstag in Halle/Achterhoek gefunden. Wie „Der Gelderlander“ berichtet, befanden sich die Päckchen in zwei Müllsäcken und einem Koffer.

Im Außenbereich, auf einer Weide beim Ort Halle nahe Lichtenvoorde wurden die Pakete mit dem explosiven Pulver gefunden. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber der Tageszeitung „Der Gelderlander“, es sei bekannt, dass Kriminelle diese Substanz verwenden, um Explosionen zu verursachen. Wegen der Gefahr für die Umwelt haben die Polizeibeamten den „Explosive Ordnance Disposal Service“ (EOD) gerufen.

Ein Zeuge hatte nach Angaben der Polizei gegen 19 Uhr Taschen mit Paketen am Straßenrand nahe der Kreuzung Kuiperstraat und Wolfersveenweg gesehen und Polizei und Feuerwehr benachrichtigt.

Roboter holte Pulver aus den Verpackungen

Die Beamten riegelten das Gebiet ab und informierten ihrerseits den EOD. „Der Stoff ist sehr gefährlich“, sagte ein Polizist. Man sei lieber sehr vorsichtig gewesen.

Das EOD hat unter anderem einen Roboter eingesetzt, um das Sprengpulver aus den Verpackungen zu holen.

Das Material ist sehr empfindlich. Deswegen wurde ein Roboter eingesetzt. „Denn wenn es schief geht, ist der Roboter beschädigt und kein Kollege“, heiß es von Seiten der Polizei. Das Pulver wurde vom EOD zusammen mit Sprengstoff auf einer nahegelegenen Wiese vergraben. Dann wurde das Pulver zur Explosion gebracht.

Stoff wird zum Auslösen einer Explosion verwendet

Der Polizeibeamte berichtete, dass die Substanz von Kriminellen zum Auslösen einer Explosion verwendet werde. Es handele sich nicht etwa um ein Restprodukt aus einem Drogenlabor. Die Polizei ermittelt und bittet Zeugen, sich zu melden.

Unerwarteter Schlusspunkt der Woche gegen Kriminalität

Die regionalen Bürgermeister warnen seit mehreren Jahren vor dem wachsenden Einfluss und der Belästigung von Kriminellen im Achterhoek. Dies betrifft vor allem die Drogenkriminalität. Die Woche vom 11. bis 17. Oktober sollte auf diese Form der Kriminalität aufmerksam machen. Praktisch zum Abschluss wurde das explosive Pulver gefunden – ein Hinweis auf kriminelle Machenschaften.

Im Jahr 2020 wurden im Polizeigebiet Noord- und Oost-Gelderland – zu dem auch der Achterhoek gehört – nicht weniger als 20 Drogenlabore ausgehoben, wie der Gelderlander aufzählt. Im Jahr zuvor seien es nur drei gewesen.

Drogenlabore breiten sich im Achterhoek aus

Von einer Verlagerung der Aktivitäten durch die Drogenclans spricht Chefermittler Guus Philips von der Ostniederländischen Polizei. Waren diese bisher im Süden der Provinz tätig, stelle die Polizei vermehrt Aktivitäten im Achterhoek fest: „Das ist ein Gebiet mit viel Platz und nahe der Grenze.“

Beispielsweise hat die Polizei am Stadtrand von Drempt ein riesiges Drogenlabor in einer Scheune auffliegen lassen. Südamerikaner hatten das Labor dort eingerichtet. Andere Beispiele sind große Funde in Langerak und Toldijk.

Aber auch im kleineren Maßstab sei eine Zunahme der Drogenkriminalität feststellbar, schreibt de Gelderlander. In Doetinchem zum Beispiel seien in den letzten18 Monaten elf Cannabisplantagen oder Drogenlabore von der Polizei entdeckt und hochgenommen worden.