Bocholt

Konzert am Bocholter Aasee – Gil Ofarim sorgte für gute Stimmung

Lang genug war dank Corona Zwangspause für viele Künstler. Passend dazu spielte bei den „Aasee-Sunsets“ der Musiker Gil Ofarim jetzt Stücke seines neuen Albums „Alles auf Hoffnung“.

Den Fokus auf das Gute im Leben hat Gil Ofarim bei seinem Konzert bei den „Aasee-Sunsets“ gesetzt. Trotz mehreren Regenschauern schaffte er es, im Publikum gute Laune zu verbreiten und die ein oder andere kleine Weisheit mit auf den Weg zu geben, als er Lieder seines neuen Albums „Alles auf Hoffnung“ vorstellte. Musikalisch blickte er aber auch in seine Vergangenheit zurück.

Eingestimmt in den Abend hat die Band Tramper aus Hamburg, die in ihren Liedern Folk, Funk, Pop und Hip Hop miteinander verband.

Gitarrist gefangen irgendwo in Griechenland

Damit das Publikum bei den teils heftigen Regenschauern zumindest ansatzweise trocken blieb, sind vom Veranstalter Schirme und Decken verteilt worden. „Schön, dass ihr durchhaltet“, wandte sich Philipp Traber zwischendurch an das Publikum, „es ist und bleibt eine Open-Air-Veranstaltung.“ „Das Wetter war anders bestellt“, entschuldigte sich auch Ofarim, war sich aber sicher, dass Sie „auch mit Regen einen wunderschönen Abend“ haben werden.

Eigentlich hatte der Keyboarder Stefan Zeh mit Ofarim auftreten sollen. Er konnte aber aufgrund eines kaputten Flugzeugs nicht pünktlich da sein. „Er ist gefangen irgendwo auf Griechenland und trinkt Ouzo“, erzählte Ofarim mit einem Augenzwinkern. „Aus der Patsche geholfen“ habe ihm dann spontan „Big S“ alias Stefan Maier, der für ihn extra ein Familienfest verschoben habe. „Wir sind als Band ja auch irgendwie eine Familie“, begründete Maier seinen Einsatz.

„Viele Dinge passieren einfach spontan“

Auf der Bühne setzten die Musiker dann ebenfalls auf Spontanität und Flexibilität. „Ich finde es cooler, wenn ich das Publikum mit einbinden kann“, betonte Ofarim, sodass er sich immer überraschen lasse, wie sich der Abend auch musikalisch entwickele: „Viele Dinge passieren einfach spontan. Das ist auch das, was mir im letzten Jahr echt gefehlt hat.“

Bereits bei den ersten Liedern wurde die gute Chemie zwischen Sänger und Publikum deutlich. Ganz locker plauderte er mit den Leuten, erzählte Anekdoten aus seinem Leben und gab ihnen das Gefühl, ganz nah dabei zu sein. Immer wieder lenkte er dabei die Perspektive auf das Positive im Leben. So besang er im Lied „Vom Ende der Traurigkeit“ den großen Wert von Kleinigkeiten, sprach bei „Der Held in deinem Film“ darüber, dass nicht immer alles „perfekt“ sein müsse, sondern ein „gut genug“ häufig reiche, oder betonte bei „Seid ihr dabei“ die Bedeutung der Frage „Wie geht es euch?“.

Nicht nur schimpfen, auch mal loben

Auch in Bezug auf Corona stieß er einen Perspektivwechsel an. „Wir schimpfen immer über die, die sich nicht an die Regeln halten, statt mal die zu loben, die sich dran halten“, betonte er, als er die Disziplin der Zuschauer und die Bemühungen der Veranstalter lobte, wofür er viel zustimmenden Applaus erhielt. Auch für Künstler und Veranstalter setzte er sich ein: „Wenn irgendwo gerade ein Konzert stattfindet, dann geht hin. Habt keine Angst, denn Konzerte finden sowieso nur mit entsprechenden Coronaschutzregeln statt.“

Die 220 Zuschauer, die gekommen waren, zeigten sich super aufgelegt, standen mehr auf ihren Plätzen, als dass sie saßen, sangen und klatschten mit oder tanzten auf ihren Plätzen. „Das ist so wunderschön“, brachte Ofarim die Atmosphäre des Abends auf den Punkt.