Dominik Hanning soll ab dem 1. April Ewibo-Chef Berthold Klein-Schmeink kontrollieren. © Stp
städtische Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft

Paukenschlag: Bocholter Ewibo-Chef bekommt „Aufpasser“ an die Seite

Die Erschütterungen bei der städtische Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft (Ewibo) nehmen kein Ende. Jetzt soll Ewibo-Chef Berthold Klein-Schmeink auch noch einen „Aufpasser“ bekommen.

Die Erschütterungen bei der städtische Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft (Ewibo) nehmen kein Ende: Nach Informationen der Redaktion hat Bürgermeister Thomas Kerkhoff (CDU) am späten Mittwochabend in nicht öffentlicher Sitzung dem Rat vorgeschlagen, dass Ewibo-Chef Berthold Klein-Schmeink einen Co-Geschäftsführer an die Seite gestellt bekommt.

Der Rat hat diesem Vorschlag mit 36 Ja-Stimmen und 8 Enthalten zugestimmt. Die Aufgabe des Co-Geschäftsführers ist mit „Kontrolle und Schutz des Geschäftsführers“ umschrieben. Diese Aufgabe wird ab dem 1. April Dominik Hanning, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales, übernehmen.

Aufgabe bis Ende des Jahres ausüben

Hanning soll diese Aufgabe vorübergehend bei zum Ende des Jahres ausüben. Das bedeutet: Hanning soll auf Klein-Schmeink aufpassen. Was danach passiert, ist derzeit noch unklar.

Außerdem wird das millionenschwere Wohnbauprojekt am Heutingsweg mit sofortiger Wirkung vorerst gestoppt. Die Ewibo plante, dort eine neue Siedlung mit 84 Wohnungen, Kindertagesstätte, Quartiersplatz und Gemeinschaftsräumen zu errichten. Dabei war es bereits immer wieder zu Verzögerungen gekommen.

Baustopp erlassen

Den Grund für den Baustopp nannte der Münsteraner Rechtsanwalt Thomas Fock, der im Auftrag der Stadtverwaltung über die Situation der Ewibo berichtete: Fraglich ist demnach, ob die Ewibo die Voraussetzung für den dort vorgesehenen sozialen Wohnungsbau überhaupt erfülle. Das soll nun geprüft werden.

Der Rechtsanwalt sieht dieses Wohnbauprojekt als „problematisch“ an. Fock hat auch Kritik daran geübt, dass die Stadt keinerlei Einfluss auf die Vereine Jusina (Jugendhilfe und soziale Integration), PSA (Personal und Service Agentur Bocholt-Borken) und LIA (Leben im Alter) habe, die eng mit der Ewibo verflochten sind. In allen Institutionen steht Berthold Klein-Schmeink an der Spitze. Der Jurist sprach davon, dass das Konstrukt rechtlich fragwürdig sei.

Hausdurchsuchung bei Ewibo

Bei der Hausdurchsuchung in den Räumen der Ewibo hatte die Staatsanwaltschaft nach Informationen unserer Zeitung Anfang März rund 150 Akten beschlagnahmt. Während der Razzia waren Bürgermeister Kerhoff und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung anwesend.

Die Absicht sei gewesen, der Staatsanwaltschaft bei eventuellen Fragen zur Verfügung zu stehen. Was genau die Staatsanwaltschat der Ewibo vorwirft, ist noch immer nicht bekannt. Die Ermittler untersuchen „Rechtsgeschäfte“ zwischen der Ewibo und der Stadt Bocholt.

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