Pfarrer Michael Kenkel verlässt die Gemeinde St. Martin in Raesfeld. © Bischöfliches Generalvikariat M
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Pfarrer Michael Kenkel verlässt Raesfelder St. Martin-Gemeinde

Pfarrer Michael Kenkel verlässt die Gemeinde St Martin. Zehn Jahre war der 54-Jährige in Raesfeld tätig. Während dieser Zeit war er nicht unumstritten.

Michael Kenkel, Pfarrer in der Pfarrei St. Martin in Raesfeld, wird neuer leitender Pfarrer der Pfarrei St. Katharina von Siena in Lindern im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. Das teilte das Bistum Münster am Sonntag mit.

Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Kenkel, Kirchenausschuss, Pfarreirat sowie Pastoralteam gewesen, das in dieser Woche stattgefunden habe, so das Bistum. Der 54-Jährige folgt in dieser Funktion auf Pfarrer Thomas Mappilaparambil, der die Gemeinde im Sommer verlässt. Die Amtseinführung von Kenkel findet am 12. September statt.

Kenkel erfüllt sich einen Wunsch

Mit dem Wechsel in den Norden erfülle sich für Michael Kenkel ein Wunsch. Zwar ist er in Moers geboren, doch aufgewachsen ist Kenkel in Dinklage in Südoldenburg: „Ich wollte gerne wieder zurück in die Heimat“, erklärt der Pfarrer, der zehn Jahre im Westmünsterland war.

In Dinklage lebt seine Mutter, und auch die übrige Familie ist größtenteils im Kreis Vechta zu Hause. Die Vorfreude sei auf beiden Seiten groß, fasste Kenkel das Kontaktgespräch zusammen.

Seit 2011 in Raesfeld

Nach seiner Weihe 1994 war Kenkel zunächst Kaplan in der Pfarrei St. Pankratius in Emsdetten, bevor er 1998 Vikar in Garrel wurde. 2004 ging er nach Holdorf, übernahm die Pfarrstelle St. Peter und Paul und wurde zugleich Pfarrverwalter in St. Barbara Handorf-Langenberg. 2011 zog es ihn ins Westmünsterland, wo er bis heute Pfarrer der Pfarrei St. Martin in Erle, Raesfeld und Rhedebrügge ist. Seine Verabschiedung dort ist für den 29. August geplant.

Während seiner Zeit in Raesfeld war Kenkel nicht unumstritten. 2016 erlebte die Gemeinde eine hochemotionale Versammlung in der Aula der Sebastian-Schule. Dabei meldeten sich viele Kritiker zu Wort. So hatte Kenkel etwa eine Vortragsreihe „Samstags bei Silvester“ organisiert, die vom Apostolatswerk „Regnum Christi“ mitorganisiert wurde – die Laienbewegung der römisch-katholischen Kongregation von Priestern und Brüdern namens „Legionäre Christi“, deren Gründer Kindesmissbrauch nachgewiesen wurde. Dies hatte für Misstrauen bei einigen Gemeindemitgliedern gesorgt.

Weitere Kritikpunkte

Doch die Kritik ging darüber hinaus: „Man merkt eine Lähmung in der Gemeinde, keiner hat mehr Lust, sich zu engagieren, so ein Zuhörer damals. Eine Frau, die Kindermessen organisierte, beschwerte sich, „dass an vielen Vorschlägen herumgestrichen werde“. Es gab auch Besucher, die den Pfarrer verteidigten.

„Ich bin überzeugt, dass Sie einen schweren Weg vor sich haben – das möchte ich nicht schön reden. Aber ich sehe auch, dass die Bereitschaft da ist, diesen Weg zu gehen“, sagte Pater Manfred Kollig, Leiter der Abteilung Seelsorge des Bistum Münsters am Ende des Abends.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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