Erdbeerernte

Preis zu niedrig: Landwirt aus Coesfeld vernichtet seine Erdbeeren

Andreas Rahmann aus Coesfeld hat seine gesamte Erdbeerernte vernichtet. Der Grund: zu niedrige Preise seines Großhändlers. Warum der Landwirt so handelt.
Untergefräst hat ein Coesfelder Landwirt sein Erdbeerfeld.
Untergefräst hat ein Coesfelder Landwirt sein Erdbeerfeld. © Falko Bastos

Der Mulcher zieht eine Schneise der Verwüstung durch das Erdbeerfeld in Harle. Nur noch ein paar Stoppeln bleiben übrig, wo kurz zuvor noch erntereife Pflanzen standen. Andreas Rahmann vernichtet seine Erdbeeren lieber, als diese an den Einzelhandel zu liefern. Doch wie kam es dazu?

„Wir haben noch nie so wenig bekommen für unsere Produkte“, sagt Andreas Rahmann. Der Adressat seines Ärgers: die Einzelhandelskonzerne. Mehrere von ihnen beliefert der Coesfelder Obstbauer.

Doch die Großhändler diktieren die Preise. „In diesem Jahr spielt der Einzelhandel seine Marktmacht besonders aus.“ Das Druckmittel: die günstigere Importware aus Südeuropa. „Der Einzelhandel nimmt lieber spanische Erdbeeren, weil da die Marge höher ist.“

Sieben Euro Verlust pro Kiste

„Die sagen: Ihr müsst ja liefern. Aber ich liefere nicht. Dann vernichte ich es lieber“, sagt Rahmann. Sieben Euro verliere er pro Kiste – wenn er liefere. 1,60 Euro bis 1,70 brauche er pro Schälchen (500 Gramm), um über die Runden zu kommen. Der Handel zahlt ihm 1,01 Euro. Verkauft wird das Schälchen im Supermarkt dann für 2,99 Euro.

Knapp drei Hektar ist das Feld groß, auf dem Rahmann seine Ernte vernichtet hat. Dies entspreche einem Umsatz von 120.000 Euro. Auf den freien Flächen will er noch in diesem Jahr Mais anbauen, um den Verlust etwas zu begrenzen.

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