Kreis Borken

Projekt „NaturBerkel“: Baustart verschiebt sich um ein Jahr

Weil das Projekt „NaturBerkel“ jetzt deutlich teurer als ursprünglich veranschlagt wird, verschiebt sich der Baustart um ein Jahr.

Im September sollte es losgehen mit der Umsetzung des Projekts NaturBerkel im Bereich Fürstenwiesen. Das hatte Rolf Hackling, der Leiter des Abwasserwerks, vor den Sommerferien berichtet.

Doch es tut sich nichts an der Berkel. Und es wird sich auch so bald nichts tun, weil der Baustart um ein Jahr auf Herbst 2022 verschoben werden muss. Der Grund: Das Projekt wird deutlich teurer als ursprünglich veranschlagt – 10,7 Millionen Euro statt 7,1 Millionen Euro.

Mehr Fördergelder erforderlich

Das hat wiederum zur Folge, dass deutlich mehr Fördergelder – die Maßnahme wird zu 80 Prozent durch Landesmittel gefördert – zur Verfügung gestellt werden müssen, die aktuell jedoch nicht zur Verfügung stehen. Frühestens Ende des Jahres könnte eine Förderzusage erteilt werden, vielleicht auch erst Mitte 2022, wenn die Bezirksregierungen neue Fördergelder vom Land erhalten. Und auch die Stadt Coesfeld muss sehen, wie sie ihren Packen an Mehrkosten in Höhe 720.000 Euro schultert.

Weiterer Bremsklotz: Aufgrund des Investitionsvolumens müssen die Bauleistungen europaweit ausgeschrieben werden. In der Summe führt dies zur Verschiebung der Maßnahme um ein Jahr. Könnte das Projekt am Ende sogar ganz auf Eis gelegt werden, wenn keine Fördergelder zur Verfügung stehen? „Nein, ganz sicher nicht“, sagt Hackling.

Allein aus Gründen des Natur- und Hochwasserschutzes wolle der Fördermittelgeber an der Finanzierung festhalten. Die Bezirksregierung habe auch schon mitgeteilt, dass die Mehrkosten grundsätzlich förderfähig seien. Gleichwohl sei der Zeitverzug schade und bedauerlich, zumal insgesamt über drei Jahre, jeweils in dem Zeitraum September bis Februar, gebaut werden soll.


Allgemeine Preissteigerungen

Als Ursachen für die enorme Kostensteigerung nennt Hackling zum einen Fehleinschätzungen des mit der Genehmigungsplanung beauftragten Ingenieurbüros. Zudem wurden einzelne Bauleistungen erst im Rahmen der Ausführungsplanung erkennbar, die durch ein anderes Ingenieurbüro erstellt wurde. Und schließlich kommen noch allgemeine Preissteigerungen hinzu.

Mehrkosten von rund 1,1 Mio. Euro ergeben sich beispielsweise bei der Herstellung der Baustraßen, der Baustelleneinrichtung sowie der Baufeldräumung. Hier schlägt unter anderem zu Buche, dass die Flächenbefestigung nicht mehr wie geplant mit Lastenverteilungsplatten erfolgen kann, sondern eine mineralische Befestigung der benötigten Flächen erforderlich ist. Mit den Mehrkosten für das Projekt NaturBerkel befasst sich der Betriebsausschuss am heutigen Dienstag.