Hilfe bei Hitze: Was Sie bei Sonnenstich und Hitzschlag tun können

Ratgeber

Heiße Temperaturen können dem Körper zu schaffen machen. Sonnenstich und Hitzschlag können die Folge sein. Wie man den Hitzeschäden vorbeugt und was man tun kann, wenn es dafür zu spät ist.

06.08.2020, 08:10 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wer bei Hitze zu lange in der Sonne bleibt, riskiert Hitzekrankheiten – die sogar lebensbedrohlich sein können. (Symbolbild)

Wer bei Hitze zu lange in der Sonne bleibt, riskiert Hitzekrankheiten – die sogar lebensbedrohlich sein können. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Sonnenschein und warme Temperaturen können verlockend sein, viele zieht das gute Wetter nach draußen. Doch wird es zu heiß, sollte man sich lieber ein schattiges Plätzchen suchen. Denn wer bei Hitze zu lange in der Sonne bleibt, riskiert Hitzekrankheiten – die sogar lebensbedrohlich sein können. Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag machen sich durch verschiedene Symptome bemerkbar.

So schützen Sie sich vor Hitze und Sonne

Für heiße Sommertagen gibt es einige hilfreiche Tipps, damit einem die Hitze nicht zu sehr zu schaffen macht. So sollte man sich natürlich möglichst wenig in der Sonne aufhalten. Körperliche Anstrengung, wie Sport, sollte vermieden oder in die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zudem sollte man immer ausreichend trinken, um den Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. „Die tägliche Trinkmenge von rund 1,5 bis 2 Litern sollte mindestens um einen Liter erhöht werden“, sagt Prof. Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Trinkmenge sei aber auch von der körperlichen Aktivität abhängig – wer in der Hitze arbeite, müsse mehr trinken.

Kinder und Senioren sollten an solchen Tagen extra vorsichtig sein, da sie durch die Hitze besonders belastet sind. Die Johanniter-Unfall-Hilfe rät, zum Schutz vor einem Sonnenstich eine Kopfbedeckung zu tragen. Das gilt insbesondere für Menschen mit wenig Haaren wie Säuglinge, Kinder und Menschen mit lichtem Haar oder Glatze. Sefrin gibt zudem den Ratschlag, bei Aktivitäten im Freien unbedingt an Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und lichtdichte Kleidung zu denken, die den Schweiß aufnehmen kann und wärmedurchlässig ist.

Wohnräume sollten laut Sefrin möglichst kühl gehalten und am Abend oder in der Früh gut durchlüftet werden. Tagsüber sollte das Eindringen von Wärme durch zugezogene Vorhänge und geschlossene Fenster und Türen möglichst verhindert werden.

Symptome: Wie erkennt man einen Sonnenstich?

Ein Sonnenstich ensteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Die Strahlung reizt die Gehirnhäute unter der Schädeldecke. Typische Symptome sind ein hochroter, heißer Kopf, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Ohrensausen, ein steifer Nacken, Benommenheit bis hin zu Bewusstlosigkeit. „Die Symptome können zeitlich verzögert - zum Beispiel am Abend oder in der Nacht - auftreten“, sagt Sefrin.

Was kann man bei einem Sonnenstich tun?

Betroffene sollten unmittelbar aus der Sonne gehen. Das DRK rät auf seiner Webseite dazu, an einen kühlen Ort zu gehen, den Oberkörper erhöht zu lagern und den Kopf mit nassen Tüchern zu kühlen. Bewusstsein und Atmung des Betroffenen sollten wiederholt kontrolliert werden. Sofern die Person bei Bewusstsein ist, sollte ihr Flüssigkeit zugeführt werden. In akuten Fällen: Zum Hörer greifen und den Notruf 112 wählen.

Wann handelt es sich um Hitzeerschöpfung?

Eine Hitzeerschöpfung kann nach mehreren Tagen mit hohen Temperaturen und als Folge eines unzureichenden oder unausgewogenen Flüssigkeitsersatzes hervorgerufen werden, heißt es in einer Publikation des Umweltbundesamtes. Symptome einer Hitzeerschöpfung sind demnach eine langsam zunehmende Schwäche, blassgraue, feuchtwarme Haut, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Fieber, Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit.

Was hilft bei Hitzeerschöpfung?

Betroffenen kann es helfen, sich abzukühlen, etwa mit kühlen, elektrolythaltigen, nicht-alkoholischen Getränken, Ruhe, einer klimatisierten Umgebung, leichter und bequemer Kleidung sowie mithilfe einer kühlen Dusche, einem kühlen Bad oder dem Abwaschen mit Schwamm und kühlem Wasser. Sollten sich die Symptome verschlimmern oder länger als eine Stunde anhalten, sollte man laut Umweltbundesamt ärztliche Hilfe holen.

Was sind die Symptome eines Hitzschlags?

Bei einem Hitzschlag kommt es laut DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin zu einem Wärmestau im Körper, der sogar lebensbedrohlich werden kann. Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 40 Grad Celsius oder mehr, die Haut ist heiß und trocken, der Pulsschlag beschleunigt sich. „Die Schweißproduktion versagt, weil die Temperatur-Regelung im Körper gestört ist“, so Sefrin. Der Betroffene fühle sich zudem müde und erschöpft. Es kann zu Krämpfen und Erbrechen kommen, ebenso zu Schwindelgefühl, Verwirrtheit oder auch Halluzinationen. Oft ist sogar Bewusstlosigkeit die Folge.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen gibt es bei einem Hitzschlag?

Wie auch beim Sonnenstich sollten Betroffene laut Sefrin sofort in den Schatten gebracht werden, der Oberkörper hochgelagert werden. Wenn kein Schatten zu finden ist, kann man Beispielsweise eine Rettungsdecke als Schutz vor den Sonnenstrahlen nutzen. Ist die Person aus der Sonne herausgebracht und bei vollem Bewusstsein, sollten ihr Wasser oder auch Getränke wie Saftschorle oder Früchtetees angeboten werden. Wenn sie benommen wirkt, sollten die Beine hochgelagert werden. Sobald Bewusstlosigkeit eintritt, muss die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. Rufen Sie in diesem Fall umgehend den Notruf 112 an und kontrollieren regelmäßig Bewusstsein und Atmung bis der Notarzt eintrifft. Der Körper kann mit feuchten Tüchern - besonders im Bereich von Kopf und Nacken - gekühlt werden, Eis sollte jedoch nicht direkt auf den Körper gelegt werden.

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