10 Jahre Notschlafstelle

Für Jugendliche

Schlafen, ein warmes Abendessen, ein Frühstück, Duschen und Wäsche waschen, dazu bei Bedarf Kleidung aus der hauseigenen Kammer – seit jetzt zehn Jahren sichert die Notschlafstelle „SchafamZug“ Grundbedürfnisse für junge Menschen, die auf der Straße leben.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 22.01.2011, 15:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Petra Hiller, Leiterin Ev. Kinder- und Jugenheim Overdyck vor der Plakatwand, die die Nutzer der Notschlafstelle zum Jubiläum erstellt haben.

Petra Hiller, Leiterin Ev. Kinder- und Jugenheim Overdyck vor der Plakatwand, die die Nutzer der Notschlafstelle zum Jubiläum erstellt haben.

Von der Umfrage des Kinderschutzbundes über die politischen Beratungen bis hin zur Konzeptentwicklung und -umsetzung hat sie das Projekt intensiv begleitet. „Im ersten Jahr hat es zwei krasse Vorfälle gegeben“, berichtet sie von Einbrüchen, einem damit einher gehenden Brand sowie von einem Übergriff auf einen Mitarbeiter. Leidvolle Erfahrungen, die zum Umsteuern zwangen. Eine Alarmanlage ist lange installiert („Wir kommunizieren das sehr offensiv“), dazu sind nun nachts immer zwei Mitarbeiter vor Ort. Seitdem waren die beiden Probleme kein Thema mehr.

Ebenso wie die Einhaltung der drei einzigen Regeln: Keine Gewalt, kein Drogenkonsum (inklusive Alkohol), kein Drogenhandel. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass „bekiffte“ oder alkoholisierte Jugendliche keinen Zutritt bekommen. Sie alle wissen das Angebot der Notschlafstelle sehr zu schätzen. Die insgesamt fünf Schlafplätze sind fast an jedem Tag im Jahr ausgebucht. In Notfällen stellen die Verantwortlichen schon mal ein oder zwei Zusatzbetten auf. Die Jugendlichen sind auch dafür dankbar.