100 Mängel und kein Geld

Abschlussbericht JVA

70 Millionen Euro sollen bis 2015 in die Sicherheit der Bochumer Justizvollzugsanstalt (JVA) investiert werden. Geld, von dem noch nicht feststeht, woher es kommen soll. Das Justizministerium prüft die Möglichkeit von Zwischenfinanzierungen, nachdem der NRW-Haushalt vor rund zwei Wochen nicht genehmigt worden ist.

BOCHUM

von Von Dominik Möller und Tobias Nordmann

, 31.03.2012, 12:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ob der komplette Bericht oder nur Details zur Umsetzung der Maßnahmen an die JVA Bochum geschickt werden, ist nach Auskunft von Marchlewski noch nicht entschieden. Der Großteil der von der Soko empfohlenen Maßnahmen unterliegt strengster Geheimhaltung. Dennoch sind einige Empfehlungen der Experten bereits durchgesickert. Dass die Zellengitter sukzessive ausgetauscht werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Neu ist indes, dass die Besucherkontrollen optimiert werden sollen. „Der Eingangsbereich wird komplett neu geregelt, die Abläufe sollen effizienter und dadurch sicherer werden“, sagt Marchlewski. Der Maßnahmenkatalog reicht bis ins Jahr 2015, so soll die Sicherheit der „alten Fregatte“ an der Krümmede Zug um Zug erhöht werden. Neben dem Bau der sozialtherapeutischen Anstalt (RN berichteten), wird eine komplett neue Pfortenanlage gebaut. Die Pforte wird dann einen unterirdischen Tunnel haben, über den die Häftlinge auf das JVA-Gelände gebracht werden können.

In dem Maßnahmenkatalog ist auch der Ausbau einer Innen- und Außenumfahrung geplant, auf der Dienstwagen zukünftig Patrouille fahren sollen. Ob und in wie weit auch die von Nelle-Cornelsen als „Grotten“ betitelten Zellen renoviert werden, ist indes noch unklar. Mit all diesen geplanten baulichen Veränderungen erreicht die JVA Bochum im Außenbereich den neusten Sicherheitsstandard, sagt Marchlewski. Vergleichbar mit modernsten Anlagen des Landes in Wuppertal und Düsseldorf.