100. Sonntagsmusik mit „Prosit, St. Peter“ hatte Gala-Format

Syburger Hymne

Die Syburger haben jetzt eine eigene Hymne: „Syburg lebe, Syburg blühe“ zur Musik von Bach hat Kult- und Ohrwurmpotential. Mit ihr feierten die Syburger am Sonntag die 100. Syburger Sonntagsmusik. Und die Kirche war bei diesem Konzert in Gala-Format so voll wie Weihnachten.

SYBURG

von Von Julia Gass

, 07.05.2012, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eindrucksvoll, was für einen sicheren, jubelnden, vorzüglichen und homogenen „Syburger Jubiläumschor“ er aus den 33 Projektsängern geformt hat. Ein fröhliches Fest war das Konzert, das mit einem BachMarsch begann. Die Sebastian-Orgel, für die die Reihe am 10. Mai 1998 ins Leben gerufen wurde, erklang auch mit Bach: Barbara Frühauf-Kamp zeigte in Präludium und Fuge BWV 536, dass das Instrument klein, aber fein ist und aparte Register hat. Mit dem Publikum zu singen („Geh aus mein Herz“) war Gundlach wichtig, weil auch dies als offenes Kantatensingen Tradition bei den Sonntagsmusiken hat. Und Buxtehudes „Cantate Domino“ war eine Referenz an den „Sonntag cantate“, an dem die Konzertreihe ihr Debüt und das Jubiläum feierte.

Bach wollte mit seinen weltlichen Kantaten immer auch unterhalten. Dem Librettisten der Vorlage der Syburger Jubiläumskantate ist das weniger gut gelungen als Martin Geck. Der holte zwar in den neun Sätzen weit aus und ließ ein paar Millionen Jahre Geschichte Revue passieren, bis er im achten Jahrhundert bei St. Peter angekommen war. Dafür kam dieses „Prosit, St. Peter“, in dessen da capo-Zugabe der Chor dann auch die Sektgläser in die Luft reckte, umso wirkungsvoller. Eine Überraschungseinlage hatten Gundlach und Geck auch eingebaut: Michaela Krämer (Sopran) sang eine Arie aus einer anderen Bach-Kantate mit einem virtuosen Violinsolo, in dem Alexander Prushinskiy, Konzertmeister des Jubiläumsorchesters, glänzen konnte. Im Solistenquartett imponierte Bariton Michael Dahmen, Robert Hillebrands sang mit heller Tenorstimme, Sibylla Müller mit strahlendem Mezzo. „Prosit, St. Peter“ – auf viele weitere schöne Sonntagsmusiken, am 17. Juni um 17 Uhr mit einem Piazzolla-Konzert.  

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