115 Musiker sorgten für Paukenschlag der Saison

Dortmunder Philharmoniker

Zwei oder drei Schläge mit dem Riesenhammer auf einen Holzklotz? Das ist für Mahlerfreunde bei Aufführungen der sechsten Sinfonie spannend. Gabriel Feltz hatte sich Dienstag und Mittwoch im achten Philharmonischen Konzert im Konzerthaus Dortmund für zwei „Schicksalsschläge“ entschieden. Trotzdem war dieses Konzert ein Paukenschlag der Saison, den das Publikum mit Ovationen im Stehen feierte.

DORTMUND

, 15.04.2015, 16:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz leitet fünf der zehn Philharmonischen Konzerte.

Der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz leitet fünf der zehn Philharmonischen Konzerte.

So voll war es selten auf der Bühne: 103 Dortmunder Philharmoniker und zwölf Studierende aus dem Orchesterzentrum NRW spielten das 85-minütige Riesenwerk. – Ein Auftakt zu einer Kooperation zwischen dem Dortmunder Orchester und der NRW-Ausbildungsstätte.

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz hat die Rekordbesetzung zu einem geschlossenen und energievoll musizierenden Klangkörper zusammengeschweißt und machte aus der „Tragischen“ keine taumelnde Trostlose, sondern eine entschlossen Leidenschaftliche.

Almidylle mit Kuhglocken

Stringent auf das ekstatische Finale zugespitzt hat Feltz seine Interpretation. Die ließ im ersten Satz Raum für viele dynamische Kontraste. – Spannend, wie leise 115 Musiker auch klingen konnten.  

Rhythmische Schärfe prägte die enthusiastische Anlage vom am Schluss nassgeschwitzten Feltz. Mehr Mahler-Sarkasmus als Eleganz klangen aus dem Scherzo, scharf ließ er Flöten und Harfen in die Almidylle im dritten Satz platzen, und wie unerbittliches Schicksal klingt, zeigte das vortreffliche Orchester im Finale.

Von Kuhglocken über vier Harfen bis zur Riesenschlagwerk-Batterie und 61 Streichern hat Mahler in dem vor 109 Jahren in Essen uraufgeführten Werk alles aufgeboten, was damals ging. Es so konsequent zugespitzt zusammengefügt zu hören, war ein großes Glück.

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