13 NRW-Städte könnten Olympia 2032 ausrichten

Rhein Ruhr Olympic City-Initiative

Mögliche Olympische Spiele und Paralympics in 15 Jahren in Nordrhein-Westfalen bekommen konkrete Schübe. Ministerpräsident Laschet und Sportmanager Mronz haben in der Staatskanzlei ein Sportstättenkonzept präsentiert. 13 nordrhein-westfälische Städte sind im Konzept als Teilnehmer vorgesehen.

DÜSSELDORF

14.07.2017, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die bisherigen Planungen stellten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Sportmanager Michael Mronz gemeinsam in Düsseldorf vor. „Ich war von der Idee sogleich Feuer und Flamme. Es wäre für unser Land ein riesen Schub“, sagte Laschet am Freitag.

Er freue sich über die Aufbruchstimmung, die die beteiligten Städte verbreitet hätten. „Ich bin überzeugt: Durch ein von Beginn an transparentes Bewerbungsverfahren und eine frühzeitige Einbindung der Kommunen kann eine breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden“, ergänzte Laschet.

Großteil benötigter Sportstätten schon vorhanden

Die von Mronz angeschobene Initiative hat das Ziel, Olympische Spiele und die Paralympics 2032 in die einzigartige Metropolregion im Herzen Europas zu holen, wie Laschet zu einer städteübergreifenden möglichen Bewerbung sagte. Laschet und Mronz sehen vor allem darin einen großen Vorteil, dass mehr als 80 Prozent der benötigten Sportstätten bereits vorhanden sind.

Ein Olympia-Stadion, das olympische Dorf und das Medienzentrum sind in der Konzeption noch nicht berücksichtigt. „Derzeit gibt es hierzu nichts zu entscheiden, aber natürlich beschäftigen wir uns bereits mit diesen Themen“, erläuterte Mronz. Neu gebaut werden müsste lediglich eine Anlage für Kanuslalom.

Den Städten Aachen, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen und Recklinghausen sind nach jetzigem Planungsstand Sportarten zugeordnet. So könnte zum Beispiel die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Heimstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, mit temporären Pools in ein großes Schwimmstadion umgestaltet werden.

Die Hochburg Aachen, wo in der Soers aktuell der CHIO stattfindet, könnte für die Wettbewerbe der Reiter problemlos schon jetzt genutzt werden, hieß es. Mönchengladbach wäre für Hockey bestens geeignet - und Recklinghausen könnte im Landschaftspark Hoheward für die Mountainbiker eine olympische Stätte werden. Der Dortmunder Signal Iduna Park oder auch die BayArena in Leverkusen sind in dem Konzept für das Fußballturnier vorgesehen.

Potentielle Bewerber-"Niederlage" wird kritisch gesehen

Der 50 Jahre alte Mronz machte zu möglichen Kosten und der geplanten Finanzierung noch keine Angaben. Er wolle erst dann mit Zahlen an die Öffentlichkeit gehen, wenn diese fundiert seien. Zu einem zentralen Stadion, in dem die Leichtathletik-Events stattfänden, hat Mronz andere Überlegungen: Eventuell könnten auch zwei Großarenen genutzt werden - eine für die Leichathletik, eine andere für Eröffnungs- und Schlussfeier.

Nach den gescheiterten Versuchen um Olympische Spiele wie zuletzt etwa in Hamburg, München und Leipzig wird eine erneute deutsche Bewerbung allerdings auch kritisch betrachtet. „Wir können uns eine vierte Niederlage in Folge nicht erlauben“, sagte am Freitag Walter Schneeloch als Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes warnend.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) wies in einen Statement auf ein mögliches Problem hin. Sollte Paris 2028 Olympia-Stadt werden, käme vier Jahre später eine europäische Stadt wohl kaum infrage, meinte er.

Generell zeigte sich Sierau aber zufrieden mit dem Konzept, das nachhaltige Spiele garantiere. Dortmund sei mit den fünf Sportarten Fußball, Ringen, Schießen, Skateboard und Rad-Straßenrennen gut vertreten. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung, die bei der Planung miteinbezogen werden soll, ist ihm nicht bange. "Es gibt in der gesamten Region von Aachen bis Dortmund eine große Sportbegeisterung", ist Sierau überzeugt.

mit dpa 

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