15 Verletzte bei Silvesterparty - Böller reißt Frau Fuß ab

Unglück in Datteln

Rund 350 Gäste feierten im Landhotel Jammertal friedlich, als es in der Silvesternacht um kurz nach Mitternacht zum Unglück kam. Raketen einer illegalen Feuerwerksbatterie schossen in die Menschenmenge. Das Resultat: Einer Frau musste der rechte Fuß amputiert werden, 15 Menschen wurden verletzt.

Datteln

von Stefan Huxel

, 01.01.2016, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das neue Jahr war gerade eingeläutet, das hauseigene Feuerwerk des Wellness-Hotels abgebrannt, als bisher Unbekannte in Osteuropa produzierte illegale Feuerwerksbatterien, vermutlich sogenannte römische Feuer, anzündeten. 

Neben dem vom Veranstalter geplanten Feuerwerk hatten nach ersten Ermittlungen auch Gäste und Zuschauer eines benachbarten Campingplatzes ihre mitgebrachten Feuerwerksbatterien zünden dürfen. Eine dieser Batterien war laut Polizeiangaben nach der Zündung umgefallen.

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Silvester-Unglück in Datteln

01.01.2016
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Kurz über dem Boden zischend waren Teile davon in eine Zuschauergruppe geflogen. Dabei wurde eine 24-jährige Hotelangestellte so schwer verletzt, dass sie umgehend in eine Spezialklinik nach Dortmund gebracht wurde. Ihr rechter Fuß musste amputiert werden.

25 Rettungs- und Krankenwagen

Die Feuerwehr alarmierte alle fünf Dattelner Löschzüge und die Kreisleitstelle rief einen „ManV 2“ aus. „Das ist ein Massenanfall von Verletzten. Aus dem gesamten Kreisgebiet, aus Dortmund, Lünen und Lüdinghausen sind Rettungswagen gekommen“, erklärte Norbert Hans, Wachabteilungsleiter der Dattelner Feuerwehr, am Freitag auf Nachfrage.

Rund 25 Rettungs- und Krankenwagen standen zwischenzeitlich parat. 15 Personen wurden nach Angaben der Polizei so schwer verletzt, dass sie in Krankenhäusern versorgt werden mussten. Zunächst hieß es, insgesamt 29 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden. Diese Meldung korrigierte die Polizei am Nachmittag. 

Kripo nimmt Ermittlungen auf

Von Schnittwunden, Blutergüssen und Knalltrauma berichtet ein Polizeisprecher. Allein in das Prosper-Hospital nach Recklinghausen wurden neun Patienten, überwiegend mit Knalltrauma, gebracht, „die übrigen sechs wurden auf die Krankenhäuser in Datteln, Lünen und Dortmund verteilt“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen auf Nachfrage der Redaktion.

Noch in der Nacht hat die Kriminalpolizei am Unglücksort die Ermittlungen aufgenommen. Die Freiwilligen der Innenstadt-Löschzüge sowie aus Horneburg besetzten die Wache an der Industriestraße, um bei weiteren Einsätzen ausrücken zu können, während die Ahsener und Horneburger auch zum Jammertal alarmiert wurden. Rund 50 freiwillige und hauptamtliche Feuerwehrmänner – ohne Rettungsdienst – waren bis etwa 4 Uhr im Einsatz.

Mit Material von dpa

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