1500 Euro "Strafe" für Verspätungen

Bus und Bahn

Ist der Bus zu spät, muss die Bogestra Strafe zahlen. Mit der selbst auferlegten Pünktlichkeitsgarantie haben Kunden Anspruch auf Bares, wenn Bus oder Bahn zehn Minuten zu spät eintrudeln. Die Kunden gucken genau auf die Uhr.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 27.07.2011, 16:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Burkhard Rüberg, Bogestra-Vorstand, hat das Pünktlichkeitsversprechen abgegeben.

Burkhard Rüberg, Bogestra-Vorstand, hat das Pünktlichkeitsversprechen abgegeben.

„Umgerechnet bekommen wir etwa neun Anträge pro Tag“, sagt Bruns. Damit liege man in der Kalkulation. „Wir gehen mit diesem Versprechen sehr offensiv um“, ergänzt sie. Flyer und Plakate erklären, wie der Fahrgast an sein Geld kommt. Das Begleitpersonal in den Bahnen leistet ebenfalls Aufklärungsarbeit. Offenbar freut man sich bei der Bogestra über die Resonanz der Kunden, die hier größer ist als beispielsweise in Dortmund. Dort wurden gerade einmal halb so viele Anträge gestellt. An der Pünktlichkeit sollte man dies aber nicht festmachen. „In den ersten drei Monaten war einiges los“, sagt Sandra Bruns.Beim Hafenfest am Kemnader See würden die Busse immer in der Autoschlange feststecken und zum Musikfest Bochum Total fährt in der halben Innenstadt kein Bus vollkommen pünktlich. Auch beim Blitzschaden an der U 35 hat die Bogestra gezahlt.

„Etwa zwei Drittel der Anträge werden über das Internet gestellt“, sagt Sandran Bruns. Das ist auch am bequemsten. Binnen drei Tagen muss die Verspätung gemeldet werden. Der Rechner prüft dann, ob der Fahrgast Anspruch hat – also ob es wirklich zehn Minuten waren – und spuckt eine Nummer aus. Mit dieser müssen sich die Kunden dann binnen drei Monaten in einem der Kunden-Center melden und sich ihr Geld auszahlen lassen. Die Kunden gingen sehr verantwortungsvoll mit der Rückerstattung um, sagt Bruns. „Wir haben keinen einzigen Fall, in dem jemand versucht, unser Versprechen auszunutzen.“