1500 Menschen gedenken mit Gamze Kubasik der Nazi-Opfer

Mahnmal Bittermark

Jedes Jahr wird am Karfreitag der Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gedacht am Mahnmal in der Bittermark gedacht. Diesmal bekam die Gedenkveranstaltung einen ganz aktuellen Bezug.

LÜCKLEMBERG

von von Dagmar Hornung

, 06.04.2012, 19:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gamze Kubasik am Mahnmal in der Bittermark.

Gamze Kubasik am Mahnmal in der Bittermark.

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Gedenkveranstaltung in der Bittermark

Jedes Jahr wird am Karfreitag der Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gedacht am Mahnmal in der Bittermark gedacht. Gestern bekam die Gedenkveranstaltung einen ganz aktuellen Bezug: Mit Gamze Kubasik nahm die Tochter von Mehmet Kubasik, der 2006 dem rechten Terror zum Opfer fiel, teil. Und weitere 1500 Menschen.
06.04.2012
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Gamze Kubasik am Mahnmal in der Dortmunder Bittermark.© Foto: Oliver Schaper
Blumen und Kränze für die Opfer des NS-Regimes.© Foto: Oliver Schaper
Maßgeblich beteiligt an der Gestaltung der Gedenkveranstaltung waren junge Dortmunder.© Foto: Oliver Schaper
Etwa 1500 Menschen gedachten der NS-Opfer.© Foto: Oliver Schaper
Minuten des Schweigens.© Foto: Oliver Schaper
Die Dortmunder nehmen Anteil am Schicksal der NS-Opfer.© Foto: Oliver Schaper
Der Opfer gedenken.© Foto: Oliver Schaper
Eine bewegende Geste: Gamze Kubasik nimmt an der Gedenkveranstaltung teil.© Foto: Oliver Schaper
Gamze Kubasik spricht über das Leid ihrer Familie nach der Ermordung ihres Vaters.© Foto: Oliver Schaper
Fotos und Porträts auf Gedenktafeln zeigen die Opfer des NS-Regimes.© Foto: Oliver Schaper
Ein Weg der Erinnerung durch die Bittermakr hoch zum Mahnmal.© Foto: Oliver Schaper

Mit Gamze Kubasik nahm die Tochter von Mehmet Kubasik, der 2006 dem rechten Terror zum Opfer fiel, teil. Die junge Türkin erzählte bewegend vom Leid, welches der Mordanschlag über ihre Familie gebracht hat. Am 4. April 2006 wurde ihr Vater Mehmet Kubasik in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße erschossen. Um ihrem Wunsch nach einer solidarischen Gesellschaft Ausdruck zu verleihen, rezitierte die Gamze Kubasik ein Gedicht des türkischen Autors Nazim Hikmet: „Leben wie ein Baum, einzeln und frei, und brüderlich wie ein Wald. Das ist unsere Sehnsucht“, heißt es darin.

Mit Gamze Kubasik zusammen erinnerten gestern etwa 1500 Menschen in der Bittermark an die Opfer des NS-Regimes. „Die Erinnerung wach zu halten, sei und bleibe unsere Verpflichtung – gerade heutzutage, gerade in Dortmund“ – das betonte Birgit Jörder. Die Bürgermeisterin sprach von einer „guten und langen Tradition des Gedenkens“ und bedankte sich bei den etwa 1500 Bürgerinnen und Bürgern, die nicht nur gekommen waren, um an die Vergangenheit zu erinnern, sondern auch, um im Hier und Jetzt ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das Programm der Gedenkveranstaltung gestalteten Jugendliche aus verschiedenen Dortmunder Schulen und Jugendeinrichtungen. Nachdem sie im vergangenen Jahr gemeinsam mit OB Ullrich Sierau das Konzentrationslager in Auschwitz besucht hatten, erklärten sie sich dazu bereit, fortan als Botschafter der Erinnerung zu arbeiten. Nun erzählen sie in Schulen von ihren Erlebnissen und wirken bei Veranstaltungen mit.

Ein „Weg der Erinnerungen“ führte die Besucher gestern durch den Wald zum Mahnmal. Mit Portraitfotos und Texten auf Erinnerungstafeln sollten einige der Gestapo-Opfer aus der Anonymität gehoben werden – wieder Name und Gesicht bekommen. Dieser Weg der Erinnerungen wird während der kommenden zwölf Monaten in den Stadtteilen zu sehen sein.   

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