1.500 Unterschriften gegen geplantes Industriegebiet

Mengeder wehren sich

Anwohner, die Bündnisgrünen, Naturschützer, Landwirte und Jäger geben nicht auf: Unter dem Motto "Hände weg vom Groppenbruch!Nein zum geplanten Industriegebiet" haben sie sich gemeinsam den Erhalt des Grünzugs auf die Fahnen geschrieben.

GROPPENBRUCH

10.02.2011 / Lesedauer: 2 min
1.500 Unterschriften gegen geplantes Industriegebiet

Auch die beiden Anwohner der Königsheide 138, Nils Köhler und Franz-Peter Engels, haben mit ihrem Banner eindeutig Position bezogen.

"Wir haben in Dortmund genug Industriebrachen, die genutzt werden könnten. Warum muss hier ein Stück Natur unnötig zerstört werden?", machte eine Anwohnerin ihrem Ärger Luft.Grünen-Bezirksvertreterin Isabella Knappmann kennt die Hintergründe. "Für die nächsten zehn Jahre sind in Dortmund genügend erschlossene Flächen vorhanden. Es sind in erster Linie die Lüner, die Bedarfe haben. Dortmund möchte seine desolate Haushaltslage durch den Verkauf solcher Grundstücke verbessern.

Denn auf Erlöse aus erfolgreichen Grundstücksverkäufen können Kredite aufgenommen werden. Doch realisieren die Investoren später ihre Projekte nicht, kann das Gelände nach Fristüberschreitung an die Stadt zurückfallen. Dann hätte Dortmund in fünf Jahren ein noch größeres Defizit." Sollte im Groppenbruch Industrie angesiedelt werden – Gerüchte von einem Großschlachthof und einer Zinkhütte machen die Runde – würde dies ein Ausbau der Königsheide und weitere Straßen bedeuten, so Kunstmann. "Die Salamander und Molche, Kröten und Frösche, Eidechsen und Schlangen können wir dann vergessen", schlägt Gerhard Hallmann (AGARD) Alarm.

Um die Landwirte sorgt sich Vize-Bezirksbürgermeister Manfred Jockheck. "Eine Ausgleichsfläche in der Soester Börde bringt ihnen nichts." Um noch mehr Bürgern die wichtige Bedeutung des Groppenbruchs vor Augen zu führen, sind weitere Aktionen geplant. Schon in Kürze werden 35 Kreuze, eines für jede gefährdete Vogelart, aufgestellt, verrät Kunstmann. Einige der Anwesenden würden schon jetzt von einem "Groppenbruch 21" sprechen. 

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