15.000 Tonnen falscher Schotter: Auf Rastplatz-Baustelle wird ausgetauscht

rnRaststätte A31

Das ist Arbeit, die keiner braucht: 15.000 Tonnen „Grobschlag“, die auf den Baustellen für die Rastplätze an der A31 bei Hochmoor verteilt worden waren, müssen wieder ausgetauscht werden.

Gescher-Hochmoor

, 03.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fehler fiel dem Baustellenleiter des Landesbetriebs Straßen-NRW glücklicherweise noch gerade früh genug auf: Auf den Baustellen für die neuen Raststätten an der A31 in Höhe Gescher-Hochmoor ist ein falsches Material für den Untergrund verwendet worden. Und das auf großer Fläche und in großer Menge: 15.000 Tonnen Material müssen nun ausgetauscht werden.

500 Lkw-Ladungen Material werden abgefahren

Es regnet am Donnerstagvormittag, aber beim Fotografieren der Baustelle von einer Autobahnbrücke aus ist ein Traktor mit Anhänger zu sehen, der ziemlich hoch befüllt ist – wohl mit dem Material, das jetzt wieder abgefahren werden muss.

Radio WMW berichtete am Mittwoch darüber und hat ausgerechnet, dass die 15.000 Tonnen etwa 500 LKW-Ladungen entsprechen: Wenn man diese alle hintereinander stellen würde, gäbe es auf der A31 einen Stau von der Abfahrt Borken bis zur Abfahrt Gescher/Coesfeld.

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„Bei den Rastanlagen Gescher-Hochmoor West und Ost hat Straßen-NRW in den Kontrollprüfungen (Proben vom Material) festgestellt, dass dieses Material, unter anderem aufgrund der nicht vorhandenen Witterungsbeständigkeit, nicht geeignet ist“, teilte der Landesbetrieb am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion mit.

Auf Rastplatz-Baustelle wird jetzt Material ausgetauscht

Dies sei der Baufirma frühzeitig mitgeteilt worden – mit der Aufforderung, das bereits eingebaute Material umgehend wieder zu entfernen und neues, geeignetes Material anzuliefern. „In der letzten Woche wurden nun Probefelder mit einem anderen Material angelegt und neue Kontrollprüfungen durchgeführt. Dieses Material erfüllt die vertraglichen Erfordernisse“, teilte Claudia Scholten für Straßen-NRW mit. So werde aktuell das ungeeignete Material ausgebaut und durch neues Material ersetzt.

Das sogenannte „Grobschlag-Material“ sei in den letzten Monaten zur Verfestigung des Untergrundes eingebaut worden. Während des Einbaus werden von Straßen-NRW Proben entnommen und Kontrollprüfungen durchgeführt – dabei fiel die Panne auf.

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Es gibt aber wohl dadurch keine Verzögerung: „Nach aktuellem Bauzeitenplan werden die Bauarbeiten wie geplant bis Ende 2021 fertiggestellt“, so Claudia Scholten. Mit diesem aktuellen Bauauftrag werden keine Tank- und Raststätten gebaut, sondern die Stellplätze hergestellt. Nach Fertigstellung der Arbeiten stehen 124 Pkw-Stellplätze, 143 Lkw-Parkständen sowie neun Busplätze zur Verfügung.

22 Millionen Euro werden für die zwei Rasthöfe investiert

Insgesamt 22 Millionen Euro möchte der Bund für die beiden Rasthöfe investieren. Für Reisende, besonders aber für Fernfahrer, ist die neue Tankstelle ein wichtiger Baustein. Denn wer bislang auf der A31 zwischen Bottrop und Lingen unterwegs ist, der sucht auf einer Strecke von 130 Kilometern vergeblich nach einer Tankstelle. Diese Versorgungslücke soll nun geschlossen werden.

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