15.000-Volt-Leitung stürzte in Hamburg auf ICE

Hunderte Fahrgäste saßen fest

Schreck im Hamburger Hauptbahnhof: Eine Oberleitung riss und stürzt auf einen einfahrenden Zug. Hunderte Fahrgäste saßen stundenlang fest. Noch in der Nacht machten sich Techniker an den Schaden.

HAMBURG

19.02.2017, 22:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
15.000-Volt-Leitung stürzte in Hamburg auf ICE

Eine 15 000-Volt-Oberleitung ist am Sonntagabend im Hamburger Hauptbahnhof gerissen und auf einen einfahrenden ICE gestürzt. Ein Teil der  430 Fahrgäste in dem Schnellzug aus München saß über Stunden fest, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Verletzt worden sei aber niemand. Am späten Abend sei damit begonnen worden, die verbliebenen Passagiere aus dem hinteren Teil des Zuges zu bringen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Der Zug wurde nach Bahnangaben nach Mitternacht mit einer Diesellok abgeschleppt und in eine Werkstatt gebracht. Die Feuerwehr versorgte nach eigenen Angaben fünf der 430 Fahrgäste wegen kleinerer gesundheitlicher Probleme rettungsdienstlich. Auch die Oberleitung sei in der Nacht zum Montag von Technikern repariert worden, sagte eine Sprecherin der Bahn. Das gesperrte Gleis sei mit Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder uneingeschränkt befahrbar gewesen. 

Ursache bisher ungeklärt

Der ICE, der aus München kam, hatte sein Ziel fast erreicht, als gegen 18.30 Uhr die Oberleitung aus noch ungeklärter Ursache riss. Ein Fremdverschulden könne jedoch ausgeschlossen werden, hieß es. Die ersten Waggons waren bereits am Bahnsteig. Die Leitung fiel auf den hinteren Zugteil. Sie musste zunächst geerdet werden, weil die Gefahr eies Stromschlags bestand. Gegen 20.00 Uhr konnten die ersten 150 Passagiere den vorderen Zugteil verlassen, wie der Sprecher sagte.

Die Fahrgäste im hinteren Zugteil mussten deutlich länger ausharren. Es habe Schwierigkeiten gegeben, den Zug vorwärts zu bewegen, damit auch sie am Bahnsteig aussteigen konnten. Ein Versuch, die Wagen mit einer Diesellok in den Bahnhof zu ziehen, scheiterte an festgefahrenen Bremsen. Sie konnten auch nicht durch den Zug nach vorn gehen, weil dieser aus zwei Teilen bestand.

Hilfe von Feuerwehr und Bundespolizei

Schließlich stiegen die Fahrgäste an Ort und Stelle mit Hilfe von Feuerwehr und Bundespolizei aus. Der letzte Reisende verließ den Zug gegen 23.20 Uhr, rund fünf Stunden nach der Panne. Die Bahn bat die Fahrgäste um Entschuldigung und versprach eine angemessene Entschädigung im Einzelfall.

Aus Sorge vor Stromschlägen wurden zeitweise kleinere Straßen am Hamburger Hauptbahnhof gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch eine Fußgängerbrücke sei betroffen gewesen. 

von dpa