18. Klage: Land muss schwerbehinderten Lehrer entschädigen

Arbeitsgericht

Ein schwerbehinderter Lehrer erhält 6000 Euro vom Land NRW, weil er nicht zum Vorstellungsgespräch am Berufskolleg in Hacheney eingeladen wurde. Das hat das Dortmunder Arbeitsgericht am Dienstag entschieden. Unfassbar: Es ist bereits die 18. Klage des Lehrers.

HACHENEY

07.07.2015, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dort hatte sich der Mann im Sommer 2014 auf eine Vertretungsstelle am Berufskolleg in Hacheney beworben und war trotz seiner Behinderung nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Genau das ist aber verboten. Öffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, schwerbehinderte Bewerber zumindest einzuladen. 

Es sei denn, ihre Bewerbung lässt von vornherein erkennen, dass sie für die ausgeschriebene Stelle völlig ungeeignet sein. Im vorliegenden Fall war dies nicht so. „Hätte man sich am Berufskolleg gesetzeskonform verhalten, hätte der Lehrer zwingend eingeladen werden müssen“, sagte der Vorsitzende Richter.

50.000 Euro Entschädigungszahlungen 

Die Absage aus Dortmund ist für den Lehrer alles andere als ein Einzelfall. Schon 17 Mal hatte er seit 2012 das Land NRW verklagt. Insgesamt hat er dafür fast 50.000 Euro Entschädigungszahlungen erhalten.

Das Land wollte dies zum Anlass nehmen, an der Ernsthaftigkeit seiner Bewerbungen zu zweifeln. Möglicherweise gehe es dem Lehrer ja gar nicht um eine Stelle, sondern nur darum, bei Fehlern im Verfahren sofort Entschädigungen zu verlangen. Dem schob der Richter jedoch einen Riegel vor: „Genauso könnte man ja umgekehrt auch sagen, dass dieser Mann vom Land besonders hartnäckig diskriminiert wird.“