19-Jähriger loggte sich mit gefälschten Daten auf Sex-Seiten ein

Gericht

WITTEN Das war wohl einer der peinlichsten Momente seines Lebens. Und es ging um viel. Aufgeregt und mit hochrotem Kopf rutschte der 19-jährige Wittener auf der Anklagebank des Bochumer Jugendgerichts hin und her.

von Von Tom Eder

, 06.06.2009, 10:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der 19-jährige Wittener wurde wegen Computerbetrugs in 93 Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Der 19-jährige Wittener wurde wegen Computerbetrugs in 93 Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Mit gefälschten Daten (Alter, Adresse, Kontonummer, Email-Adresse) loggte sich der zur Tatzeit 17-Jährige auf mehreren Pornoseiten eines österreichischen Anbieters ein. Innerhalb kurzer Zeit beliefen sich die Kosten auf stattliche 12.683 Euro, die der Jugendliche natürlich nicht bezahlen konnte. Hinzu kamen drei Betrügereien bei eBay.

Das Gericht verurteilte den Wittener am Ende zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Zusätzlich muss er 200 Stunden sozialer Arbeit ableisten. Es war allerdings auch nicht das erste Mal, dass der 19-Jährige vor Gericht erscheinen musste. „Sie sitzen auch heute nicht hier, weil sie ein lieber Junge sind“, sagte der Richter im Prozess.

Hintergrund der Straftaten ist eine Familienhistorie, in der der junge Mann so etwas wie elterliche Fürsorge kaum kennen gelernt hat. Die Mutter ist alkoholabhängig, er musste sich um sie kümmern.   Und auch der Stiefvater taugte offenbar nicht als Erziehungsperson. Inzwischen, so erklärte der Angeklagte, habe sich seine Situation aber gebessert.   Er lebe jetzt bei seiner Großmutter und wolle demnächst einen besseren Schulabschluss machen. Anschließend strebe er dann auch noch eine richtige Ausbildung an.