20-Jähriger gesteht Albtraum-Vergewaltigung – Blutspritzer bis zur Decke

rnBochumer Landgericht

Ein unfassbares Gewalt-Martyrium hat eine 37-jährige Frau aus Herne in ihrer eigenen Wohnung erlitten. Der 20-jährige Täter war nach einer Partynacht in ihr Taxi gestiegen. Dann begann ein Albtraum.

Bochum

, 22.11.2019, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Geständnis ist am Freitag vor dem Bochumer Landgericht der Prozess um eine „Albtraum-Vergewaltigung“ in Herne fortgesetzt worden. Der 20-jährige Angeklagte gab zu, sein Opfer vor sechs Monaten gebissen, geschlagen, vergewaltigt und bestohlen zu haben. Dass er sein Opfer auch töten wollte, wies er jedoch zurück.

In den eigenen vier Wänden von einem fremden Mann brutal verprügelt, mit einem Schal bis an den Rand der Ohnmacht gedrosselt und dabei immer wieder sexuell missbraucht: Es war in der Nacht auf den 5. Mai, als eine verheiratet Frau aus Herne ein kaum vorstellbares Gewalt-Martyrium durchlitt. „Ich bereue das“, sagte der 20-jährige Angeklagte am Freitag am Bochumer Landgericht.

Angeklagter stieg mit in ein Taxi

Der Herner und das spätere Opfer waren in der Nacht auf einer Party in Herne gewesen. Mit zwei weiteren Partygästen stiegen beide am Ende in ein Taxi. „Ich bin einfach miteingestiegen, der Mann vorne hat gesagt, ist schon okay“, so der Angeklagte, der nach eigenen Angaben damals „voll besoffen“ gewesen sein will.

Als die Frau dann unweit ihrer Wohnung in Herne-Baukau das Taxi verließ, „bin ich auch ausgestiegen“, gab der 20-Jährige zu. „Weil mein Handy nur noch ein Prozent Akku hatte, habe ich sie gefragt, ob ich mit zu ihr kommen kann“, so der Angeklagte. Angeblich soll die 37-Jährige geantwortet haben: „Wenn Du dich benimmst, ja.“

„Ich weiß auch nicht, was da mit mir abging“

Kaum in der Wohnung angekommen, fiel der 20-Jährige auf der Couch über die Frau her. „Als sie sich gewehrt hat, habe ich die ganze Zeit draufgeschlagen. Ich weiß auch nicht, was da mit mir abging“, sagte der Angeklagte. Die Spurensicherung hatte später sogar Blutspritzer bis unter die Decke sichern können.

Der Angeklagte war nach der Vergewaltigung mit dem Handy der Frau und 30 Euro Bargeld aus der Handtasche geflüchtet. Auch mihilfe von Kameraaufnahmen von der Party konnte er fünf Tage später festgenommen werden.

Anklage: Versuchter Mord

Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord. Staatsanwalt Dietrich Streßig geht davon aus, dass der 20-Jährige dachte, dass das Opfer die Tat nicht überlebt. Anders sei seine erste Frage in einer Polizeivernehmung ja wohl kaum zu verstehen: „Lebt sie noch?“

Darüber hinaus wird dem 20-Jährigen noch ein weiteres Gewaltverbrechen vorgeworfen. Am 1. Juli 2017 soll der Herner einem damals 33-jährigen Mann gegen 2.45 Uhr auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Essen-Bergeborbeck „unzählige Tritte und Schläge“ versetzt und ihn außerdem so heftig mit einem Gürtel attackiert haben, dass sich sogar die Schnalle löste.

Offenes Schädel-Hirn-Trauma und Gesichtsbrüche

Das Opfer erlitt laut Staatsanwaltschaft ein offenes Schädel-Hirn-Trauma und multiple Gesichtsbrüche. Nach dem Täter und einem mutmaßlichen Komplizen war anschließend per Foto-Fahndung gesucht worden. Auch diese Gewaltattacke räumte der 20-Jährige am Freitag ein.

Im Falle einer Verurteilung und bei Anwendung des Erwachsenenstrafrechts droht ihm eine empfindlich hohe Gefängnisstrafe.

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