2500 Beschäftigte bei Belegschaftsversammlung im RuhrCongress

Opel

BOCHUM Überraschungen gab es nicht auf der Opel-Belegschaftsversammlung im RuhrCongress am Montag, darüber war der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel aber auch froh: "Immerhin mussten wir uns auf nichts Neues einstellen: Keine neuen Führungskräfte, das Konzept ist noch das gleiche wie das in der vergangenen Woche. Das war in der Vergangenheit ja nicht immer so."

von Von Nina Vogt

, 07.12.2009, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rainer Einenkel

Rainer Einenkel

Verhandlungen, so Einenkel, würden aber in einem solchen großen Forum sicher nicht geführt.  Es sei viel mehr darum gegangen, die jeweiligen Standpunkte des Betriebsrats und des Arbeitgebers deutlich zu machen  - die Gemeinsamkeiten, aber auch die Diskrepanzen. Die Grundtendenz, die Rainer Einenkel bei den anwesenden Beschäftigten spürte: Erleichterung. Darüber, dass es eine Zukunft für das Bochumer Werk gibt. Aber auch darüber, dass von Arbeitgeber-Seite her zumindest die Bereitschaft besteht zu verhandeln. "Es ist wichtig für die Opelaner zu wissen, dass es weiter geht", so Einenkel. „Und zu wissen, mit wem verhandelt werden müsse.“ Das sei in der Vergangenheit schließlich nicht immer der Fall gewesen. „Worauf wir nun hoffen, ist eine feste Führungsmannschaft und ein vernünftiges, langfristiges Konzept, über das man streiten kann.“ Der Bochumer Betriebsratschef hat seinen Redebeitrag am Montag dazu genutzt, Ergebnisse von Gesprächen innerhalb des Betriebsrates vorzustellen. Forderungen, die der Betriebsrat für die Zukunft des Standorts stellt. Wie die Notwendigkeit einer zweiten Modellreihe für Bochum. "Wird die Produktion des neuen Astras nach Deutschland verlagert, muss sie nach Bochum kommen", wiederholte er. Dass die Schließung des Getriebewerks von April 2010 auf Ende des kommenden Jahres verschoben worden sei, so Einenkel, hätten er und seine Kollegen mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. Trotzdem betonte er: "Wir werden alles dafür tun, den Stellenwert der Getriebefertigung zu unterstreichen und die Produktion auch ins Jahr 2011 hinein weiter zu verlängern."

Natürlich will der Betriebsratschef auch den Personalabbau auf einem möglichst niedrigen Niveau halten. "Und dieser Abbau darf nicht über Kündigungen laufen", sagte Einenkel. "Vielmehr müssen Austrittsprogramme und Arbeitszeitverkürzungen Alternativen sein." Inwiefern die Bochumer Belegschaft einen aktiven Anteil zu den von GM geforderten Einsparungen von rund 265 Millionen Euro in Europa jährlich machen kann, vermochte Einenkel noch nicht zu sagen. "Hier geht es um Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und mehr. Das können wir als Betriebsrat nicht entscheiden, sondern die Tarifvertragsparteien. Das werden noch sehr schwierige Verhandlungen mit den Gewerkschaften sein." Dass der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sich gegen eine finanzielle Leistung von Seiten des Staates ausspricht, hält Einenkel für schwierig: "Diese Diskussion um Staatshilfen ist nicht sehr klug", erklärte er. "Andere europäische Staaten haben sich zu solchen Hilfen bereit erklärt. Wir müssen verhindern, dass die deutschen Standorte dadurch auf der Strecke bleiben. Es handelt sich hier schließlich nicht um eine Spende, sondern um die Finanzierung eines Zukunftsprojekts. Das Geld wird zurückgezahlt - und das mit Zinsen."

Wann es für Rainer Einenkel nun mit den wirklichen Verhandlungen im kleinen Kreis - unter den europäischen Betriebsratsvertretern oder auch mit den Verantwortlichen von GM bzw. Opel -, das weiß er nicht. "Ich denke aber, dass es in den kommenden Tagen sein wird", vermutete der Betriebsratschef. Mit der Produktion in Bochum geht es hingegen erst einmal nur noch bis Ende dieser Woche weiter. Ab dem 14. Dezember herrscht Kurzarbeit. Einenkel: "Die hat sich durch die guten Verkäufe allerdings verringert: Ursprünglich sollte  im Dezember  nur an drei Arbeitstagen gearbeitet werden, nun sind zwei Wochen daraus geworden." Anschließend an die Woche Kurzarbeit beginnt die Betriebsruhe. Erst am 11. Januar laufen die Bänder in Bochum wieder an.